Australiens Premierminister Anthony Albanese hat die Einsetzung einer “Königlichen Kommission” angekündigt, um wachsenden Antisemitismus und den Zustand des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Land zu untersuchen. Australien brauche “Heilung, Lernen, Zusammenkommen im Geiste nationaler Einheit”, kündigte Albanese an. Das Licht werde über die Dunkelheit siegen, so der Regierungschef mit Blick auf den islamistischen Terrorangriff auf Juden am Bondi Beach.
Eine “Royal Commission” wird formal vom englischen König als Australiens Staatsoberhaupt eingesetzt. Sie ist das stärkste Untersuchungsinstrument einer australischen Regierung.
Kommission zum Bondi Beach soll im Dezember Ergebnisse vorlegen
Sich vor Terrorismus zu schützen oder den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, sei “eine andauernde nationale Aufgabe für uns alle”, so Albanese; “als Einzelpersonen, aber auch als Institutionen – denn ein Angriff auf jüdische Australier ist ein Angriff auf alle Australier”. Die Königliche Kommission unter Leitung der früheren Richterin am höchsten Gericht des Landes, Virginia Bell, soll spätestens im Dezember ihren Bericht vorlegen.
Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 sind laut dem australischen Geheimdienst ASIO Fälle von Antisemitismus im Land um 300 Prozent angestiegen. Bei dem tödlichen Anschlag vom 14. Dezember auf eine jüdische Chanukkah-Feier an Sydneys Bondi Beach kamen 14 Menschen ums Leben.
Als mutmaßliche Täter gelten ein Vater-Sohn-Duo, das wohl von der Terrorgruppe “Islamischer Staat” (IS) zu der Tat inspiriert wurde, aber laut Erkenntnissen der Polizei nicht Teil eines Terrornetzwerkes war. Der Vater wurde am Ort des Anschlags von der Polizei erschossen; sein Sohn wurde schwer verletzt und inzwischen wegen Terrorismus angeklagt.
