Keine militärische Einrichtungen und trotzdem Ziel eines Drohnenangriffs. Im Krieg im Sudan gibt es vor allem zivile Opfer, kritisiert ein Ärztenetzwerk.
Im Sudan sind nach Angaben des sudanesischen Ärztenetzwerks 13 Menschen bei einem Drohnenangriff auf die Stadt El Obeid im Bundesstaat Nord-Kordofan ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien auch acht Kinder, teilte die Nichtregierungsorganisation am Dienstag auf ihrer Facebook-Seite mit. Sie machte die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) verantwortlich.
Den Informationen zufolge wurde ein Haus im Stadtteil Al-Jallabiya Ziel des Angriffs. Neun der Opfer sollen aus einer Familie stammen. Laut dem Ärztenetzwerk, einem Zusammenschluss von medizinischem Fachpersonal, hantelt es sich bei dem angegriffenen Viertel um ein Wohngebiet ohne militärische Einrichtungen. Daher stelle die Attacke ein Kriegsverbrechen und einen eklatanten Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar. Sie belege zudem die gezielte Tötung unbewaffneter Zivilisten, insbesondere von Kindern, hieß es.
Seit April 2023 kämpfen die sudanesische Armee und die RSF um die Herrschaft im Land. Nachdem die RSF Ende Oktober El Fasher, Regionalhauptstadt von Nord-Dafur, besetzte, haben sich die Kämpfe weiter nach Osten und somit in Richtung Hauptstadt Khartum verlagert. Der Krieg gilt als größte humanitäre Katastrophe der Welt. Nach UNHCR-Angaben vom Dezember wurden im Land mehr als 11,8 Millionen Menschen vertrieben. Mehr als 4,3 Millionen Menschen flüchteten in Nachbarländer.