Nichtstaatliche Schulen in Rheinland-Pfalz sollen für 2025 und 2026 vom Land zusätzliches Geld bekommen. Wie das Mainzer Bildungsministerium am Freitag mitteilte, erhalten sie Sachkostenzuschüsse in Höhe von insgesamt zehn Millionen Euro. Eine entsprechende Vereinbarung hatten das Land, die großen Kirchen und die Arbeitsgemeinschaft Freie Schulen Rheinland-Pfalz/Saarland noch kurz vor dem Jahreswechsel geschlossen.
Der Landesregierung sei bewusst, dass die finanzielle Situation von Schulen in privater Trägerschaft aufgrund der hohen Preissteigerungsraten nicht einfach sei, sagte Bildungsminister Sven Teuber (SPD). Dem Land sei sehr am Erhalt dieser Schulen gelegen, denn sie würden Familien Wahlfreiheit bieten. Aktuell gibt es in Rheinland-Pfalz 144 Schulen in privater Trägerschaft. Davon werden 75 von der katholischen und 15 von der evangelischen Kirche betrieben, 51 weitere haben sonstige freie Träger. Darunter fallen Waldorfschulen, aber auch Einrichtungen wie das private Gymnasium Leifheit-Campus in Nassau.
Der Fortbestand vieler Schulen in freier Trägerschaft ist aufgrund finanzieller Probleme in den vergangenen Jahren zunehmend unsicher geworden. Dies gilt beispielsweise für das Evangelische Trifels-Gymnasium in Annweiler. Die Pfälzische Landessynode hatte beschlossen, die Schule nur weiter zu betreiben, wenn die kirchlichen Zuschüsse zurückgefahren werden können. Ziel ist eine „Kostenneutralität“. Das katholische Bistum Mainz hatte in den vergangenen Jahren wegen fehlender Geldmittel bereits die Trägerschaft für Schulen in Mainz und Bingen an das Land oder den Landkreis abgegeben.
Kirchenrat Wolfgang Schumacher vom Evangelischen Büro Mainz bewertete die jetzt erzielte Einigung über erhöhte Sachkostenzahlungen des Landes als Schritt, der die finanzielle Not nichtstaatlicher Schulen mildere. „Wir müssen weiterhin im Gespräch bleiben, damit freie Schulen insgesamt mit ihren jeweiligen Profilen die Schullandschaft in Rheinland-Pfalz bereichern und ihre Beiträge zu einer Schule der Zukunft leisten können“, erklärte er.