Das schleswig-holsteinische Bildungsministerium hat die Verwüstung vor dem Mahnmal für die 1938 zerstörte Synagoge in Kiel scharf verurteilt. „Dies ist kein harmloser Vorfall, dies ist vielleicht sogar eine neue Stufe der Eskalation“, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Erklärung von Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) und dem Landesbeauftragten gegen Antisemitismus, Gerhard Ulrich. Unbekannte hatten am Wochenende ein Bild, einen Davidstern und Kerzen, die vor dem Mahnmal aufgestellt waren, umgeworfen und zum Teil zertreten.
Es handele sich um die Schändung eines Ortes, der für die schleswig-holsteinische Erinnerungskultur und das jüdische Leben in Schleswig-Holstein von immenser Bedeutung sei, erklärten beide. „Wir alle müssen in diesem Moment Haltung zeigen und widersprechen.“ Es sei ein feiger Akt, der deutlich vor Augen führe, dass Antisemitismus allgegenwärtig sei. „Wir bitten mögliche Zeuginnen und Zeugen sich an die Polizei zu wenden, damit die Täter gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden können“, hieß es.
Hinweise auf den oder die Täter hat die Polizeidirektion Kiel noch nicht. „Über die Hintergründe kann man nichts sagen“, sagte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Die Polizei ermittelt jetzt wegen Sachbeschädigung.