Evangelischer Presseverband Bayern kritisiert Kürzungen durch Landeskirche

Der Evangelische Presseverband für Bayern steht vor einer ungewissen Zukunft: Die Landeskirche will ihre Zuschüsse streichen – rund 50 Arbeitsplätze sind bedroht.
Evangelischer Presseverband Bayern kritisiert Kürzungen durch Landeskirche
). Der Evangelische Presseverband für Bayern bringt die Wochenzeitung "Sonntagsblatt" heraus (Symbolbild)
Imago / Westend 61

Der Evangelische Presseverband für Bayern (EPV) reagiert entsetzt auf die von der Landeskirche angekündigte Kürzung der Mittel für die evangelische Publizistik. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern stelle den EPV, das zentrale evangelische Medienhaus in Bayern, „vor eine ungewisse Zukunft“ und setze die Arbeitsplätze der rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „aufs Spiel“, sagte EPV-Direktor Roland Gertz in München.

Kürzungen beim EPV: Kirche streicht Millionenförderung

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hatte bekannt gegeben, die derzeitigen Zuwendungen an den EPV angesichts veränderter „finanzieller und medialer Rahmenbedigungen“ zum Jahresende zu streichen und die Kommunikation über ihre eigene Arbeit auszubauen. Nach Angaben von Gertz erhält der EPV im laufenden Jahr einen allgemeinen Zuschuss von rund 2,6 Millionen Euro, hinzu kämen Mittel für Einzelprojekte. Die Summe entspreche etwa 0,28 Prozent des landeskirchlichen Haushalts.

Gertz forderte unter anderem das Aussetzen der Kündigung der Grundvereinbarung, bis eine neue, gemeinsam ausgearbeitete Vereinbarung unterschrieben sei, „die angemessen auf die Zukunftsherausforderungen reagiert“. Der institutionelle Zuschuss an den EPV müsse über 2026 hinaus fortgeführt werden.

Kürzungen betreffen zentrale Bereiche kirchlicher Medienarbeit

Im EPV sind unter anderem die Wochenzeitung Sonntagsblatt, das Portal sonntagsblatt.de, der Buchverlag claudius und die Evangelische Funk-Agentur (efa) sowie das Evangelische Fernsehen (efs) angesiedelt. Auch der Landesdienst Bayern des Evangelischen Pressedienstes (epd) gehörte bislang zum EPV. Er bleibe als unabhängige Nachrichtenagentur „wichtiger Bestandteil“ kirchlicher Medienpräsenz, teilte die Landeskirche mit, ohne Angaben zur künftigen Trägerstruktur zu machen. Auch die Rundfunkarbeit in öffentlich-rechtlichen und privaten Medien soll fortgesetzt werden.

Alle Mitarbeiter wüssten von den Herausforderungen, vor denen die bayerische Landeskirche stehe, „insbesondere dem erheblichen Rückgang der Einnahmen, des Personals und des Immobilienbestands um derzeit geschätzte bis zu 40 Prozent in den kommenden Jahren“, sagte Gertz. „Die angekündigten Zuschusskürzungen für den EPV sprengten dabei allerdings jede Verhältnismäßigkeit, da sie - unter der Annahme einer weiterhin ungekürzten Bezuschussung des epd - in einem Bereich von bis zu 70 Prozent liegen“, ergänzte er. Die Ankündigung der Landeskirche habe ihn Ende Januar unvorbereitet getroffen, da er selbst erst einen Tag vor der Belegschaft über die Pläne informiert worden sei.

Appell für gerechte Lösungen in Zeiten von Kürzungen

Der EPV sei „nicht irgendein weltliches Medienhaus“, sondern seit Jahrzehnten mit der Landeskirche verbunden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten es „mehr als verdient, fair, gerecht und menschenfreundlich behandelt zu werden und eine echte Perspektive für ihre berufliche Zukunft über das Jahresende 2026 zu haben“, mahnte Gertz.

 

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