Eine Stadt ganz im Zeichen der Kultur. Das verspricht der Titel “Kulturhauptstadt Europas”. Die Ausgezeichneten erhoffen sich auch einen langfristigen Gewinn für ihren Kulturbetrieb.
Die Auszeichnung “Kulturhauptstadt Europas” wird seit 1985 jährlich an zwei bis drei europäische Städte verliehen. In diesem Jahr sind das Trencin in der Slowakei und Oulu in Finnland. Mit dem Titel erhalten die Städte die Möglichkeit, ihr kulturelles Profil zu schärfen und den lokalen und regionalen Kulturbereich zu stärken. Dazu gehören zahlreiche Veranstaltungen während des Kulturjahrs wie dauerhafte Projekte im Rahmen der Stadtentwicklung.
Jede Kulturhauptstadt erhält eine Förderung in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus dem europäischen Kulturförderprogramm “Kreatives Europa”. Die Städte müssen ein entsprechendes Programm für das Kulturjahr vorlegen.
Bei den Ländern gibt es ein rotierendes System. Während zu Beginn – Athen wurde 1985 erste Kulturhauptstadt Europas – vielfach Hauptstädte ausgezeichnet wurden, sind es heute oftmals kleinere Städte, die entfernt von Ballungs- sowie Wirtschaftszentren und teilweise in strukturschwachen Gegenden liegen. Eine EU-Mitgliedschaft ist nicht Voraussetzung; 2028 wird beispielsweise Skopje in Nordmazedonien “Kulturhauptstadt Europas”.
Nach Deutschland ging die Auszeichnung bisher vier Mal: Berlin (West) im Jahr 1988, Weimar im Jahr 1999, die Region Essen/Ruhrgebiet 2010 und im Jahr 2025 Chemnitz. Für den Titel 2025 hatten sich sieben weitere Städte, darunter Hannover, Nürnberg und Gera, beworben.
Kulturhauptstädte gibt es auch auf anderen Kontinenten. So hat die panafrikanische Organisation der afrikanischen Lokalverwaltungen (UCLG Africa) mehrfach den Titel “afrikanische Kulturhauptstadt” vergeben. Die Islamische Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (ISESCO) wählt jährlich jeweils eine Stadt in der arabischen, der afrikanischen und der asiatischen Region zur “Hauptstadt der islamischen Kultur”.