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Knapp ein Drittel der Schulanfänger nimmt an Vorlaufkursen teil

Seit Einführung der Deutsch-Vorlaufkurse im Jahr 2002 haben eine Viertelmillion Kinder an der Sprachförderung teilgenommen, aktuell bereiten sich rund 16.800 Kinder in Vorlaufkursen auf ihr erstes Schuljahr vor. Das entspreche fast einem Drittel der Schulanfänger, teilte das hessische Kultusministerium am Donnerstag in Wiesbaden mit. Mehr als die Hälfte der Erstklässler hat in Hessen einen Migrationshintergrund.

„Nur wer Deutsch spricht, kann sich dann auch mit seinen Leistungen für ein selbstbestimmtes Leben entfalten. Das ist die wichtigste Grundlage für den Bildungserfolg und die Entwicklung junger Menschen“, sagte Bildungsminister Armin Schwarz (CDU). Kinder, bei denen im Rahmen der Sprachstandserhebung beim Schulaufnahmeverfahren anderthalb Jahre vor der Einschulung ein sprachlicher Förderbedarf festgestellt wird, müssen zur Vorbereitung auf den Schulanfang ein Jahr lang einen verpflichtenden Deutschkurs (Vorlaufkurs) besuchen. Laut Kultusministerium schaffen etwa 95 Prozent der Kinder anschließend den Sprung in die erste Klasse.

Hessen als Flächenland mit der höchsten Migrationsquote sei das erste Land gewesen, das die Deutschförderung vor der Grundschule eingeführt habe. Seitdem seien Hamburg und Baden-Württemberg dem Beispiel gefolgt, seit diesem Schuljahr auch Bayern und ab 2028 Nordrhein-Westfalen.

Das Kultusministerium sieht unterschiedliche positive Auswirkungen der Vorlaufkurse. So seien Zurückstellungen zum Schulstart aus rein sprachlichen Gründen deutlich zurückgegangen, ebenso die Zahl der Wiederholer und der Jugendlichen, die ohne eine Qualifikation die Schule verlassen. Der bundesweite „Bildungsmonitor“ bescheinige Hessen aufgrund dieser Maßnahmen eine erfolgreiche schulische Integrationsleistung.