Der Bremer Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus hat am Holocaust-Gedenktag dazu aufgerufen, die Erinnerung an den größten Völkermord der Geschichte zu gestalten und lebendig zu erhalten. Diese Aufgabe stelle sich jeder Generation neu, sagte der leitende Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche am Dienstag. „Gedenken darf niemals zur Routine werden.“
Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Auschwitz stehe stellvertretend für die Verfolgung und Ermordung von Millionen Menschen, sagte Kuschnerus. Unter den Betroffenen seien Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, politische Gegner, Kriegsgefangene und Widerstandskämpfer aus ganz Europa gewesen. Auschwitz markiere nicht nur den absoluten Tiefpunkt deutscher Geschichte: „Es ist ein Menschheitsverbrechen ohne Gleichen.“
„Wer das entsetzliche, schier unvorstellbare Geschehene vergisst oder gar bewusst verdrängen will, legt die Axt an die Wurzel unserer demokratischen Gesellschaft“, mahnte der Theologe. Kuschnerus erinnerte an die Botschaft der im vergangenen Jahr gestorbenen Margot Friedländer: „Bleibt Menschen!“ Die sei eine Verpflichtung, täglich den wachsenden Antisemitismus und die fortwährende Menschenfeindlichkeit in der Gesellschaft zu bekämpfen. „Diesem Hass müssen wir entschlossen entgegentreten, nicht nur am heutigen Holocaust-Gedenktag.“