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Jugendliche aus acht Ländern erforschen Geschichte von Bergen-Belsen

Mit Workshops, einem Zeitzeugengespräch und einer Exkursion wollen sich 40 junge Menschen aus acht verschiedenen Ländern im Frühjahr mit der Geschichte des Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen auseinandersetzen. Vom 14. bis zum 24. März lädt die Gedenkstätte gemeinsam mit dem evangelischen Kirchenkreis Celle und dem Evangelischen Bildungszentrum Hermannsburg zu einer sogenannten „spring school“ ein, wie Tim-Jonas Beisel vom Kirchenkreisjugenddienst am Freitag mitteilte. Noch bis zum 15. Februar können sich 16- bis 20-Jährige für das kostenlose Angebot anmelden.

Dabei gehe es neben der Geschichte Bergen-Belsens um die Einbettung des Lagers in das System der Verfolgung und Vernichtung des Nationalsozialismus. Zugleich solle ein Verständnis dafür geweckt werden, was die damalige Zeit mit der heutigen verbinde, aber auch unterscheide, sagte Gedenkstättenleiterin Elke Gryglewski. Es gehe unter anderem um Themen wie Antisemitismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit oder Antiziganismus und um ein kritisches Geschichtsbewusstsein.

Auch eine Exkursion nach Hannover und ein Besuch des Landtags sind Beisel zufolge geplant, um einen Einblick in heutige demokratische Entscheidungsprozesse und ihre Herausforderungen zu erhalten. In einer Videokonferenz spreche der kanadische Zeitzeuge Gershon Willinger zu den jungen Menschen, der selbst als Kind das Lager Bergen-Belsen überlebt hat. „Durch Bildung auf Augenhöhe möchten wir Selbstwirksamkeit fördern, Verständnis für die Notwendigkeit eines Gedenkens vermitteln und Mut machen, sich für eine gerechte Gesellschaft einzusetzen.“

Das Projekt schließt an Workshops von Jugendverbänden an, die seit langer Zeit Jugendliche aus zahlreichen Ländern in Bergen-Belsen zusammenbringen. Nach Schließung des Anne-Frank-Hauses des CVJM im nahegelegenen Oldau sorge jetzt die Hermannsburger Bildungsstätte für Unterbringung. Die Stelle des Jugendreferenten sei vom Kirchenkreis übernommen worden.