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Interesse an NS-Gedenkorten bleibt in Hessen hoch

Die Besucherzahlen in NS-Gedenkorten sind in Hessen 2025 gestiegen. Die Gedenkstätte Breitenau in Guxhagen (Schwalm-Eder-Kreis) besuchten 9.208 Menschen (2024: 8.453), dies sei ein Zuwachs um 8,9 Prozent, teilte die Leiterin der Gedenkstätte, Maike Bartsch, dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Digitale Besuche hätten sich mit 200.935 gegenüber 2024 (83.438) weit mehr als verdoppelt. Die Zahl der geführten Gruppen sei von 128 im Jahr 2024 auf 179 im vergangenen Jahr gestiegen. Hohe Besucherzahlen spiegelten die weltpolitischen Unsicherheiten wider und zeigten ein verstärktes Bedürfnis nach historischer Orientierung, vermutete Bartsch.

Die Gedenkstätte Hadamar im Landkreis Limburg-Weilburg besuchten 23.133 Personen, teilte die pädagogische Leiterin Judith Sucher mit. Damit sei die Besucherzahl trotz der Bauarbeiten für die Neugestaltung nahezu konstant geblieben (2024: 23.200).

Gestiegen sind die Besucherzahlen in der Erinnerungsstätte Großmarkthalle in Frankfurt am Main, heutiger Ort der Europäischen Zentralbank. Im vergangenen Jahr seien 1.875 Besucher gezählt worden, teilte das Jüdische Museum mit. Im Jahr zuvor seien es 1.225 Personen gewesen, was einem Plus von 53 Prozent entspreche. Im öffentlichen Teil der Erinnerungsstätte sei es in fünf Fällen zu Vandalismus und Graffitis wie „Free Gaza“ gekommen, die angezeigt worden seien. Kleinere Schmierereien und Tags werden den Angaben zufolge nicht weiter verfolgt.

In der früheren Landesheilanstalt in Hadamar starben im Rahmen des NS-„Euthanasie“-Mordprogramms von 1941 bis 1945 rund 10.000 Menschen in der Gaskammer, weitere 4.500 wurden mit Giftspritzen getötet oder verhungerten. Breitenau diente der Gestapo unter anderem von Mai 1940 bis März 1945 als „Arbeitserziehungslager“. Die meisten der 8.300 Gefangenen waren ausländische Zwangsarbeiter. Von der Frankfurter Großmarkthalle hatte die Gestapo den östlichen Kellerbereich gemietet, um dort ab 1941 Juden zusammenzutreiben. Von den Bahngleisen vor der Halle wurden die Menschen in Ghettos und Konzentrationslager deportiert.