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Hilfswerk: Immer mehr Einschränkungen im Westjordanland

Immer mehr Sicherheitsmaßnahmen und Landenteignungen – davon berichtet das katholische Hilfswerk “Kirche in Not” mit Blick auf das Alltagsleben im Westjordanland.

Die Menschen im besetzten Westjordanland erleben nach Angaben des katholischen Hilfswerks “Kirche in Not” zunehmende Einschränkungen ihres Alltags. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, erklärte am Donnerstag laut einer Mitteilung der Organisation: Mit Inkrafttreten der Waffenruhe im Gazastreifen hätten Operationen im Westjordanland mit Hunderten Kontrollpunkten und Einsätzen in der Stadt Dschenin begonnen. “Es besteht kein Zweifel, dass sich die Lage dort verschlechtert hat.”

Diese Einschätzung untermauerte der Geschäftsführer des Lateinischen Patriarchats, Sami El-Yousef: “Wir beobachten mehr Landenteignungen im Westjordanland sowie die Vertreibung von etwa 16.000 Menschen aus Flüchtlingslagern in Dschenin.” 185 Grenzübergänge und mehr als 900 Kontrollpunkte fragmentierten mittlerweile das Westjordanland und schränkten das Alltagsleben weiter ein, doch wegen der Ereignisse in Gaza finde dies international kaum Beachtung.

Pater Louis Salman, der für die Jugendseelsorge im Westjordanland verantwortlich ist, ergänzte: “Seit dem Waffenstillstand in Gaza sind noch mehr Straßen gesperrt. Es ist noch schwieriger zu reisen.” Viele der im Zuge des Waffenruheabkommens freigelassenen palästinensischen Gefangenen seien in das Westjordanland zurückgekehrt, was weitere Einschränkungen mit sich bringe: Der Austausch habe zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen geführt. Unter den Jugendlichen mache sich Mut- und Hoffnungslosigkeit breit.

Salman fügte mit Blick auf die Jugendlichen hinzu: “Wir möchten ihnen neue Zuversicht geben.” Wichtig seien etwa Veranstaltungen, die den Jugendlichen das Gefühl gäben, dass sie auf globaler Ebene keine Minderheit seien. Salman will deshalb im Sommer mit 85 Jugendlichen zu den Feierlichkeiten des katholischen Heiligen Jahres nach Rom reisen.