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Gewerkschaft warnt vor “Wohnarmut” bei Jüngeren und Senioren in NRW

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnt vor „Wohnarmut“ bei jüngeren Menschen und Senioren. Diese beiden Altersgruppen zählten zu den „Verlierern, wenn es ums Wohnen geht“, teilte der IG-BAU-Bezirksverband Düsseldorf am Donnerstag mit. Betroffen davon seien auch immer mehr Auszubildende, wie der aktuelle „Soziale Wohn-Monitor“ vom Pestel-Institut belegt, den die Gewerkschaft mit in Auftrag gegeben hat.

„Tragisch ist es, wenn ein Ausbildungsvertrag nicht zustande kommt, weil das Wohnen zu teuer ist. Etwa dann, wenn Jugendliche weder eine Wohnung noch ein WG-Zimmer in der Nähe des Ausbildungsbetriebs bezahlen können“, sagte der Bezirksvorsitzende der IG BAU Düsseldorf, Tino Brüning. „Wenn Ausbildungsverträge am Wohnungsmangel und an zu hohen Mieten scheitern, dann ist das Maß voll. Das kann sich die heimische Wirtschaft nicht erlauben.“

Deshalb sollten der Bund und das Land NRW nach Ansicht der Gewerkschaft den Neubau von Azubi-Wohnungen unterstützen. Brüning sprach sich auch für Steueranreize aus, wenn ein Betrieb dafür sorgt, dass seine Auszubildenden ein Dach über dem Kopf bekommen.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels befürchtet die IG BAU Düsseldorf zudem wachsende Probleme beim Wohnen im Alter. „Wenn die Baby-Boomer in den nächsten Jahren in Rente gehen, werden etliche sich ihre bisherige Wohnung kaum oder gar nicht mehr leisten können: Sie wohnen sich regelrecht arm“, mahnte der Arbeitnehmervertreter. Ein wichtiger Schritt, um dagegen vorzugehen, seien mehr Sozialwohnungen. „Der Neubau von Sozialwohnungen muss zur politischen Herzenssache und zur Sache der politischen Vernunft werden“, betonte Brüning.