Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wächst: 2025 kamen fast zwei Millionen Besucher, 340 Mitarbeiter führten in 20 Sprachen. Gleichzeitig warnen die Verantwortlichen vor gefährlicher Desinformation in sozialen Medien.
Im vergangenen Jahr haben 1,95 Millionen Menschen die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht. Das gab das staatliche Museum am Mittwoch im polnischen Oswiecim bekannt. Damit habe die Zahl der Besucher um sieben Prozent im Vergleich zum Jahr 2024 zugenommen. Rund 23 Prozent der Besucher seien aus Polen gekommen. Weitere große Gruppen reisten aus Großbritannien, Italien, Spanien, Deutschland, den USA, der Tschechischen Republik, Israel und den Niederlanden an, so die Gedenkstätte.
“In einer Zeit der Vereinfachung und oberflächlichen Behandlung von Informationen sowie wachsender Desinformation ist es von besonderer Bedeutung, die Geschichte von Auschwitz gemeinsam mit einem Guide kennenzulernen. Diese Form des Besuchs wurde von neun von zehn Besuchern gewählt”, sagte der Direktor des Museums, Piotr Cywinski. Derzeit führen nach Angaben der Gedenkstätte 340 Mitarbeiter Rundgänge in 20 Sprachen durch.
Laut der Gedenkstätte folgen inzwischen mehr als drei Millionen Menschen den Inhalten, die das Museum auf verschiedenen sozialen Plattformen veröffentlicht. Im Jahr 2025 wurde demnach das dynamischste Wachstum auf Facebook verzeichnet, mit mehr als 300.000 neuen Followern. Die Zahl der Videoaufrufe auf Youtube habe sich auf 1,6 Millionen Aufrufe nahezu verdoppelt. Besonders beliebt seien kurze Videos, die unterschiedliche Facetten der Geschichte von Auschwitz beleuchteten.
Im Jahr 2025 wurden nach Angaben des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau die sozialen Medien mit falschen, von künstlicher Intelligenz erzeugten Bildern, Videos und anderen Inhalten zur Geschichte von Auschwitz und des Holocausts überflutet. “Das ist ein äußerst gefährliches Phänomen. Deshalb appellieren wir an die sozialen Plattformen – vor allem an Facebook -, ihre Regeln so anzupassen, dass die Veröffentlichung und Verbreitung solcher Inhalte nicht möglich ist”, sagte der Leiter der Gedenkstätte Cywinski.
Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers wurde 1947 auf Beschluss des polnischen Parlaments gegründet. Errichtet wurde das KZ von den Nationalsozialisten während der deutschen Besatzung Polens im Mai 1940 in einem Vorort der Stadt Auschwitz (heute Oswiecim). In dem KZ wurden mehr als eine Million Menschen ermordet, vor allem Jüdinnen und Juden aus verschiedenen von den Nazis besetzten Ländern. Das KZ Auschwitz wurde zum Symbol für den Holocaust.