Franz-vom-Assisi-Kirche: Hamburgs jüngste Kirche ist 30 Jahre alt

Hamburgs jüngste Kirche feiert Geburtstag. Die Franz-vom-Assisi-Kirche in Neuallermöhe ist 30 Jahre alt geworden.
Franz-vom-Assisi-Kirche: Hamburgs jüngste Kirche ist 30 Jahre alt
Glückwunsch: Zum Geburtstag hat sich die Gemeinde Süßes gegönnt
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Eigentlich war da noch nichts, als 1986 die ersten Menschen zusammenkamen, um in Neuallermöhe eine Gemeinde zu gründen. Kein Stadtteil, kein Gotteshaus. Nur die Menschen. „Es begann alles in einem Bauwagen“, erzählt Sarah Stützinger 37 Jahre später. Zusammen mit Jasmin Tiedtke ist sie Pastorin in der Kirchengemeinde Bergedorfer Marschen, zu der die Franz-von-Assisi-Kirche gehört. Mitte der 80er-Jahre begann so die Gemeindearbeit im gerade entstehenden Stadtteil Neuallermöhe. 1991 wurde der Grundstein für die heutige Kirche gelegt, zwei Jahre später, am 3. Oktober, wurde sie eingeweiht. Und obwohl die Kirche noch so jung ist: Ein Denkmal ist das nach Plänen des Bergedorfer Architekten Nils Roderjan errichtete Gotteshaus schon jetzt.

Hamburgs jüngste Kirche ist 30 Jahre alt

Die Gemeinschaft als Ursprung – dieser Wert ist bis heute geblieben. „Der Weg der Gemeinde hier war und ist immer nah an den Menschen“, so Pastorin Stützinger. Und das ist auch 30 Jahre später noch so. Ende September feierte Hamburgs jüngste Kirche ihren 30. Geburtstag. Denn auch wenn sie von außen recht traditionell wirkt, mit ihren Backsteinmauern und dem Turm, so eröffnet sich innen das wahre Herz. Lichtdurchflutet, keine Bänke, Wände können bei Bedarf eingezogen werden. So passt sich die Kirche immer wieder den Menschen und ihren Bedürfnissen an. Auf der Empore eine Bar und ein großer Tisch. Hier wird gegessen, geredet, gelebt, tagt der Kirchengemeinderat. „Wir haben kein Gemeindehaus im herkömmlichen Sinne. Alles findet in der Kirche statt“, sagt Stützinger. Damit ist die Kirche immer mittendrin im Gemeindeleben oder das Gemeinde­leben in ihr.
Kirche mit einem hohen schmalen Turm von außen fotografiert
Die Hamburger Franz-von-Assisi-Kirche ist in den besten Jahren
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Ein besonderer Blickfang ist das „Fenster der Barmherzigkeit“ im Altarraum. Es stammt aus der durch die Operation Gomorrha zerstörten St.-Nikolai-Kirche am Hopfenmarkt.

Aufbruchsstimmung in Neuallermöhe

Dass eine Kirche neu geschaffen wird, ist etwas Besonderes in Zeiten, in denen Kirchengebäude eher durch Sparmaßnahmen oder Entwidmungen Schlagzeilen machen. „Auch wir haben Gebäude geschlossen“, erzählt die Pastorin. So wurde die Christophoruskirche in Bergedorf-West vergangenes Jahr entwidmet und ein Gemeindehaus in Neuallermöhe geschlossen. „Es gibt hier noch immer einen ganz besonderen Pioniergeist“, sagt die Theologin. Es sei noch immer eine Art Aufbruchsstimmung zu spüren, und: „Nichts wird hier gemacht, ohne dass wir es hinterfragt haben.“ Ende September wurde gefeiert. Mit einer Torte für die Kirche, mit Tanz und Musik. „Wir haben eine ausgeprägte Feierkultur, darauf können wir auch stolz sein“, sagt Pastorin Stützinger.
Johanna TyrellJ
Ein Beitrag von:

Johanna Tyrell

hat in Köln und Córdoba (Argentinien) Regionalwissenschaften Lateinamerikas studiert. Nach ihrem Diplom und verschiedenen Praktika in Mexiko, Costa Rica und Chile absolvierte sie ihren Master in Journalismus und Medienwirtschaft und parallel dazu ihr Volontariat beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z). Seither als freie Journalistin in Hamburg unterwegs – als Korrespondentin für den Weserkurier oder in der Nachrichtenredaktion von stern.de. Seit 2018 bei der Evangelischen Zeitung für Hamburg im Einsatz.

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