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Frankfurter Diakoniezentrum Weser 5 wegen Kälte überfüllt

Wegen der Kälte suchen mehr Obdachlose als sonst Schutz im Diakoniezentrum Weser 5 im Frankfurter Bahnhofsviertel. Sowohl der Tagesaufenthalt als auch die Notübernachtungsplätze in der Weißfrauenkirche seien übervoll, sagte der Leiter Henning Funk am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). In den Tagesaufenthalt kämen normalerweise täglich rund 200 Menschen, seit Einbruch der Kälte seien es zehn bis 15 Prozent mehr. Die Menschen hielten sich länger auf, nicht nur die zehn Liegen seien belegt wie sonst, mehr als weitere zehn Besucher schliefen derzeit auf dem Boden.

Auch die in diesem Winter erstmals für Notübernachtungen geöffnete Weißfrauenkirche ist derzeit stärker gefragt. Die 47 Betten in der Kirche seien inzwischen gleich bei Öffnung um 22.30 Uhr belegt, auch weitere fünf Notbetten seit Beginn der Kältewelle. Tagsüber suchten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter Obdachlose auf und verteilten neben den üblichen Schlafsäcken und Isomatten auch Handschuhe, Mützen und warme Getränke. Mehr Obdachlose als sonst hielten sich in Bahnhöfen und S- und U-Bahn-Stationen auf.

Die Hilfen der Stadt Frankfurt werden nach Angaben des Sozialdezernats indes in gleicher Weise wie im vergangenen Jahr in Anspruch genommen. In der für Notübernachtungen freigegebenen U-Bahn-Station Eschenheimer Tor hätten in der Nacht zum Donnerstag 135 Personen in Schlafsäcken übernachtet, vor einem Jahr seien es 137 Personen gewesen, sagte der Pressesprecher Christian Rupp dem epd. Die vom Frankfurter Verein für soziale Heimstätten betreute Station könne maximal 210 Personen aufnehmen. Gäste könnten sanitäre Anlagen nutzen und bekämen ein Frühstück.

Der vom gleichen Verein betriebene Kältebus habe in der Nacht zum Donnerstag 79 Obdachlose in den Straßen Frankfurts angetroffen, auch dies entspreche dem Vorjahr, sagte Rupp. Die sozialen Träger in der Stadt böten insgesamt 13 Tagesaufenthalte für Obdachlose und rund 600 Notschlafplätze an. Bei aktuell rund 220 Obdachlosen in Frankfurt müsse niemand auf der Straße schlafen, betonte der Sprecher.