Der europaweit erste Einsatz einer Apotheken-Drohne zur Medikamentenlieferung im besiedelten Gebiet wird am Mittwoch in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) durchgeführt. Das Projekt habe vom Luftfahrt-Bundesamt kürzlich die Abwurfgenehmigung für Medikamente erhalten, sagte ein Sprecher des Universitätsklinikums Halle (Saale). Flüge unter Realbedingungen von einer Apotheke zur Anhaltischen Hospiz- und Palliativgesellschaft in Dessau-Roßlau werden im Beisein von Medienvertretern durchgeführt.
„Wir zeigen den gesamten Ablauf, von der Bestellung des Medikamentes durch Patienten via App, über die Beladung der Drohne in der Apotheke, den Flug im Wohngebiet bis zum punktgenauen Abwurf der Medikamente im Hospiz“, erläuterte Sprecher Jonas Machner.
Das Projekt „Pallidrohne“ soll einerseits bei eiligen Medikamenten die Zeitvorteile des direkten Anflugs zeigen. „Denkbar ist aber auch, dass durch Verkehrshindernisse oder Hochwasser die üblichen Lieferwege für Kurierdienste auf der Straße versperrt sind“, sagte Machner. Neben der Anhaltischen Hospiz- und Palliativgesellschaft sind zwei Pflegeheime in Dessau-Roßlau in der jetzigen Testphase beteiligt.
Die „Pallidrohne“ solle vor allem in der Palliativversorgung eingesetzt werden, aber auch die Langzeitpflege ergänzen, heißt es. Ein Vorläuferprojekt befasste sich mit der Frage, wie Medikamenten-Drohnen im Kontext einer häuslichen Quarantäne, beispielsweise während einer Pandemie, eingesetzt werden können.