Nach einer ersten Aufnahme von vier schwerstverletzten Brandopfern aus der Schweiz im Rahmen bilateraler Vereinbarungen ist die Übernahme von sieben weiteren Patienten geplant. Dies geschehe über den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union (UCPM) und erfolge per Hubschrauber und Flugzeug, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Freitagabend in Bonn mitteilte. Im Schweizer Skiort Crans-Montana im Kanton Wallis hatte es in der Silvesternacht in einer Bar gebrannt. Schweizer Medienberichten zufolge meldeten die Behörden 40 Todesopfer und bis zu 100 Brandverletzte. Die Schweiz habe bereits weitere Übernahmeanfragen angekündigt, erklärte das BBK. Deutschland werde weitere Transport- und Behandlungsmöglichkeiten anbieten.
Der Kleeblattmechanismus wurde während der Corona-Pandemie von Bund und Ländern gemeinsam entwickelt, um bei außergewöhnlichen Lagen eine länderübergreifende Verteilung von Patienten zu ermöglichen. Partner sind den Angaben nach Vertreter der Länder, des Arbeitskreises für Feuerwehrangelegenheiten, Rettungswesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung der Innenministerkonferenz (AK V), des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesinnenministeriums, des Verteidigungsministeriums, des BBK, des Robert-Koch-Instituts und der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden.
Das BBK ist eine Bundesoberbehörde im Bereich des Bundesinnenministeriums. Es wurde am 1. Mai 2004 errichtet und hat seinen Hauptsitz in Bonn-Lengsdorf mit weiteren Standorten in Bonn, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Berlin.