Die Caritas sieht in den Vorschlägen der Sozialstaatskommission eine „ambitionierte Einigung“, sieht einzelne Punkte aber auch kritisch. Die Verwaltung werde mit den Vorschlägen effizienter, und für die Menschen würden die Sozialleistungen einfacher zugänglich und besser verständlich, erklärte die Präsidentin des katholischen Wohlfahrtverbandes, Eva Welskop-Deffaa, anlässlich der für Dienstag geplanten Veröffentlichung des Berichts. Dies sei „eine zentrale Voraussetzung, um das Vertrauen in den Sozialstaat zu stärken“.
Kritisch sieht die Caritas den Vorschlag der Kommission, die Freizügigkeit von EU-Bürgern an mindestens vollzeitnahe Beschäftigung zu koppeln. Dies spiegele nicht die Realitäten des Arbeitsmarktes wider, sagte Welskop-Deffaa. „Einrichtungen und Dienste im sozialen Sektor sind in hohem Maße auf Beschäftigte in Teilzeit angewiesen“, ergänzte sie. Kritisch beurteilt der Verband zudem, dass bei Eingliederungshilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie Hilfe zur Pflege der Fokus auf Einsparungen gelegt worden sei.
Die Kommission zur Reform des Sozialstaats will am Dienstagnachmittag ihren Bericht an Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben. Sie hatte am 1. September ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Aufgabe war es, Empfehlungen für einen modernen und weniger bürokratischen Sozialstaat zu entwickeln. Die Kommission empfiehlt in ihrem Bericht, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, unter anderem die Zusammenlegung von Sozialleistungen, konkret von Bürgergeld, Kinderzuschlag und Wohlgeld, sowie eine vereinfachte Verwaltungsstruktur.