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Brüsewitz-Selbstverbrennung: Museum sucht Zeitzeugen von 1976

50 Jahre nach der Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers Oskar Brüsewitz in der DDR sucht die Stadt Zeitz (Sachsen-Anhalt) nach Zeitzeugen des tragischen Ereignisses. Zum 50. Todestag von Brüsewitz am 18. August bereite das Museum Schloss Moritzburg Zeitz mit Unterstützung des Stadtarchivs eine wissenschaftlich fundierte Ausstellung darüber vor, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Die Ausstellung soll ab dem 25. April im Balkensaal des Museums zu sehen sein.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts sei die Sicherung persönlicher Erinnerungen als historische Quellen. „Gesucht werden deshalb Menschen, die Oskar Brüsewitz persönlich kannten oder die die Ereignisse
und Reaktionen seiner Zeit miterlebt haben, im kirchlichen, beruflichen oder privaten Umfeld“, heißt es. Die Erinnerungen sollen in Form von Interviews dokumentiert werden.

Oskar Brüsewitz hatte am 18. August 1976 vor der Zeitzer Michaeliskirche im Stadtzentrum zwei Plakate auf das Dach seines Autos gestellt. Mit Sprüchen wie „Funkspruch an alle – Funkspruch an alle – Wir klagen den Kommunismus an wegen Unterdrückung der Kirchen in Schulen an Kindern und Jugendlichen“ machte er seinen Protest gegen die Kirchenpolitik des SED-Regimes deutlich.

Im Anschluss übergoss sich der evangelische Pfarrer mit Benzin und zündete sich an. Obwohl Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit die Aktion schnell beendeten, starb Oskar Brüsewitz vier Tage später an seinen Verbrennungen.