Der katholische Reformdialog „Synodaler Weg“ hat nach Einschätzung des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, Türen geöffnet. So nehme man etwa queere und homosexuelle Menschen in der katholischen Kirche heute anders wahr, sagte Bätzing am Donnerstag vor Journalisten in Stuttgart anlässlich der Eröffnung der sechsten und letzten Synodalversammlung. Viele katholische Christen empfänden das als eine Art „Aufatmen“. Er gehe sehr zuversichtlich in die Synodalversammlung, so Bätzing, „weil der Kulturwandel, der gelungen ist, mich einfach erfreut“.
Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und Präsidentin des Synodalen Weges, Irme Stetter-Karp, sagte, sie sei froh „um alles was wir erreicht haben“. Sie beobachte ein neues gutes Miteinander zwischen Bischöfen und Laien: „Wir haben einen Kulturwandel im Miteinander. Das ist die Grundlage für alles, was jetzt vor uns liegt.“ Stetter-Karp zeigte sich überzeugt davon, dass Christen Wertvolles beizutragen hätten zu Frieden, Freiheit und Gemeinsinn. Deshalb dürfe sich die Kirche nicht mit sich selbst aufhalten. Sonst verspiele sie Vertrauen.
Der katholische Reformdialog „Synodaler Weg“ endet am Samstag. Die 177 Synodalen, 15 Berater, 7 Beobachter und 11 Gäste der Synodalversammlung treffen sich in Stuttgart ein letztes Mal, um die Fortschritte bei der Umsetzung der Beschlüsse zu evaluieren. Damit endet ein mehrjähriger Reformprozess, der die Kirche infolge des Missbrauchsskandals aus der Vertrauenskrise führen sollte.
2019 hatten die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die Laienorganisation, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, ein Diskussionsforum beschlossen, in dem Bischöfe und Laien gleichberechtigt über nötige Reformen beraten und abstimmen. Zwischen 2020 und 2023 wurden auf fünf Synodalversammlungen 15 Texte mit Reformvorschlägen verabschiedet.
Die Texte beinhalten Vorschläge, die die Macht von Klerikern begrenzen sollen – etwa für eine stärkere Beteiligung von Gläubigen an Bischofswahlen und ein neues synodales Gremium für Deutschland, in dem Bischöfe und Laien gemeinsam beraten und Beschlüsse fassen. Auch im Gemeindeleben sollen Veränderungen sichtbar sein: So wurden Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare angeregt. Zudem sollen auch nicht geweihte Personen, wie Frauen, in katholischen Messen predigen dürfen. Doch viele Beschlüsse seien noch nicht vollständig umgesetzt, kritisieren Reformgruppen und Kirchenbasis. Vertreter demonstrierten vor dem Tagungshotel mit Gesang und Transparenten. (0252/29.01.2026)