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Bevölkerung im Osten schon zu DDR-Zeiten älter

Die Bevölkerung in Ostdeutschland ist nach einer Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung schon zur Zeit der ehemaligen DDR älter gewesen als in Westdeutschland. Die nach 1990 erfolgte Abwanderung junger Menschen in den Westen und ein Rückgang des Geburtenniveaus im Osten hätten diese Entwicklung nur verstärkt, teilte das Institut am Donnerstag in Wiesbaden mit. „Schon zur Zeit des Mauerbaus Anfang der 1960er Jahre war die Bevölkerung in der damaligen DDR durchschnittlich älter als in der Bundesrepublik“, erklärte der wissenschaftliche Mitarbeiter Frank Swiaczny.

Regionen wie Sachsen und der Osten Brandenburgs waren nach den Worten Swiacznys von der Alterung besonders stark betroffen. In Sachsen habe dies mit strukturellen wirtschaftlichen Belastungen aufgrund der deutschen Teilung sowie dem Rückgang der traditionellen Wirtschaftsbeziehungen zu Tschechien zu tun gehabt. „Demgegenüber wiesen jene Städte und Regionen in Ostdeutschland, die im Fokus von Investitionen durch die DDR-Führung standen, besonders junge Bevölkerungsstrukturen auf“, sagte Swiaczny. Dazu zählten etwa die Hafenstadt Rostock sowie die neu aufgebauten Schwerindustriestandorte Eisenhüttenstadt und Schwedt.

In Westdeutschland war den Angaben zufolge Anfang der 1960er Jahre der Anteil älterer Menschen insbesondere im katholisch geprägten Nordwesten niedrig. Diese Regionen verzeichneten damals und zum Teil noch heute ein überdurchschnittlich hohes Geburtenniveau. Daneben wiesen Standorte der Schwerindustrie wie das Ruhrgebiet und das Saarland junge Bevölkerungen auf.