Mit einer neuen staatlichen Datenplattform will die bayerische Staatsregierung die Medizin voranbringen. Die „Bavarian Health Cloud“ soll Milliarden an medizinischen Daten sammeln und der Forschung sowie der Patientenversorgung verfügbar machen, teilten Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Wissenschaftsminister Markus Blume (beide CSU) am Freitag in München mit. Wissenschaftler könnten so künftig mehr Informationen schneller nutzen, um Behandlungsmethoden weiterzuentwickeln.
Die Cloud ermögliche die Datennutzung für Wissenschaftler, Ärzte und Unternehmen, hieß es. Milliarden an Daten wie etwa Diagnosen, Prozeduren, Medikationen und Laborwerte seien so strukturiert verfügbar. Das Projekt sei „datenschutzkonform, sicher und anschlussfähig“ an bestehende Strukturen und gesetzliche Rahmenbedingungen.
Laut Blume hat nicht zuletzt die Corona-Pandemie vor Augen geführt, wie wichtig es sei, aus Daten zu lernen. Mit den Gesundheitsdaten ließen sich „Menschenleben retten und Krankheiten schon bekämpfen, bevor sie ausbrechen“. Anhand der Cloud gelangten Daten künftig „vom Krankenbett direkt in die Grundlagenforschung oder in die Entwicklung von Medizinprodukten und Arzneimitteln“. Der Freistaat will dafür rund 25 Millionen Euro investieren.
Gerlach betonte, Gesundheitsdaten seien „der Schlüssel für einen Quantensprung in der Medizin“. Um Therapien auf den jeweiligen Patienten zuzuschneiden, seien viele aufbereitete Daten notwendig, die dann mithilfe Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden könnten.
Die Forschungsdatenplattform steht laut Mitteilung unter staatlicher Kontrolle – mithilfe einer GmbH in hundertprozentiger Trägerschaft des Freistaats. Höchste Standards beim Datenschutz, die Speicherung von ausschließlich pseudonymisierten Daten, Informations- und Widerspruchsmöglichkeiten für Patienten sowie ein Antragsverfahren für Forscher sollen einen sicheren Umgang mit den Daten garantieren.
Die erste Version soll bis Ende des Jahres an den Start gehen. Befüllt werde die Cloud zunächst mit Daten der sechs bayerischen Universitätskliniken, die jährlich rund 2,3 Millionen Patienten behandeln. Anschließend sollen möglichst viele Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen hinzukommen. Bayern sei mit dieser Initiative in Deutschland Vorreiter. (0144/16.01.2026)