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Ausstellung über Familienunternehmen in Ostdeutschland

Die Stiftung Ettersberg zeigt ab 27. Januar in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße die Sonderausstellung „Verdrängung, Enteignung, Neuanfang: Familienunternehmen in Ostdeutschland von 1945 bis heute“. Die Ausstellung beleuchte die tiefgreifenden Umbrüche, denen private Familienunternehmen in Ostdeutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ausgesetzt waren, teilte eine Sprecherin am Dienstag in Erfurt an.

Anhand historischer Dokumente, Zeitzeugeninterviews und medialer Beiträge zeichnet die Schau den Ausstellungsmachern zufolge nach, wie viele Betriebe zunächst Demontagen und Enteignungen durch die sowjetische Besatzungsmacht erlebten. Mit der Gründung der DDR habe sich der Verdrängungsprozess privater Unternehmen fortgesetzt und 1972 in eine umfassende Verstaatlichungswelle geführt. Das industrielle Unternehmertum sei komplett vernichtet worden.

Die Ausstellung soll den Angaben zufolge deutlich machen, wie wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen unternehmerische Handlungsspielräume über Jahrzehnte einschränkten. Nur noch im Handwerk und Dienstleistungsbereich blieben privat geführte Kleinunternehmen existent.

Im Zentrum der Ausstellung stehen daher exemplarische Porträts von Familienunternehmen, darunter der Backmischungshersteller Kathi aus Halle, das Erfurter Saatzuchtunternehmen Chrestensen, die Mühle Glashütte und die Edelstahlwerke Freital. Exponate und multimediale Stationen zeigen die Unternehmensgeschichten zwischen Hoffnung, Anpassung und Rückschlägen sowie die schwierigen Neuanfänge nach der deutschen Wiedervereinigung 1990.