Die Aufnahmen gelten als einzigartig: Die Ordensschwester Margarita Neiteler dokumentierte mit ihrer Kamera den Wiederaufbau des Kölner Doms nach dem Zweiten Weltkrieg. Jetzt wird eine Schau mit ihren Fotos verlängert
Eine Ausstellung mit bislang wenig bekannten Aufnahmen von Kriegsschäden am Kölner Dom wird verlängert. Die Schau “Finding Margarita Neiteler – Die fotografierende Nonne” ist nun bis zum 22. Februar zu sehen, wie die Michael Horbach Stiftung in Köln am Mittwoch mitteilte. Ursprünglich sollte die Ausstellung in den Räumen der Stiftung bereits am vergangenen Sonntag enden. Gezeigt werden Fotografien aus den Jahren 1945 bis 1949, die Schwester Margarita Neiteler kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgenommen hatte.
Neiteler (1913-2002), eine Ordensschwester aus Greven, arbeitete jahrzehntelang als Röntgenschwester in einem Kölner Krankenhaus. Rund um das Kriegsende dokumentierte sie die Zerstörungen am Dom und den anschließenden Wiederaufbau. Ihre Aufnahmen gelten als kunst- und zeitgeschichtlich bedeutend; nach Angaben des Kurators Manfred Linke war sie vermutlich die einzige Fotografin, die in dieser Phase am und im Dom arbeitete.
Das Werk der Dom-Fotografin blieb lange unentdeckt. Erst durch Recherchen von Linke, einem angeheirateten Verwandten Neitelers, konnten biografische Daten und Bildbestände zusammengetragen werden. Teile der Fotografien befinden sich heute im Historischen Archiv mit Rheinischem Bildarchiv sowie in weiteren Kölner Archiven. In der Ausstellung sind 34 teils großformatige Fotografien zu sehen, ergänzt durch persönliche Briefe und Bücher aus der Zeit.