Sachsens Gedenkstätten zur Erinnerung an das NS-Unrecht haben 2025 mehr Besucherinnen und Besucher verzeichnet als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt seien in den sechs Gedenkstätten mit NS-Bezug 137.058 Gäste gezählt worden, teilte die Stiftung Sächsische Gedenkstätten in Dresden auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. Das war den Angaben zufolge ein Plus von 13.258 Gästen (10,7 Prozent) gegenüber 2024.
Unter den Interessierten seien zahlreiche Schulklassen gewesen, hieß es. Rund 8.600 Gäste mehr als im Vorjahr kamen 2025 in die Gedenkstätte Bautzen (plus 10,3 Prozent). Auch der 2024 neu gestaltete Erinnerungsort Torgau verzeichnete ein deutliches Besucherplus. Sachsenweit gehören sechs Einrichtungen mit NS-Bezug zur Stiftung. Sie befinden sich in Dresden, Großschweidnitz, Pirna, Torgau, Zeithain und Bautzen.
Konkrete Vorfälle mit mutmaßlich extremistischem Hintergrund seien weniger verzeichnet worden als 2024. In der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein zur Erinnerung an NS-Krankenmorde seien jedoch mehrmals grenzüberschreitende Einträge im Gästebuch festgestellt worden, hieß es. Zudem wurden laut Stiftung Aufkleber mit extremistischem Hintergrund auf eine Außenausstellungstafel geklebt.
Einige Gäste in der Gedenkstätte Großschweidnitz, ebenfalls ein Erinnerungsort für NS-Krankenmorde, hätten T-Shirts einschlägiger rechtsextremer Labels getragen. Allgemein sei festzustellen, dass Mitarbeitende häufig mit problematischen Äußerungen bei Führungen und Bildungsformaten konfrontiert seien, hieß es.