Afrika bleibt nach Feststellung von Care weiter der Kontinent, dessen Krisen von den Medien weltweit die wenigste Aufmerksamkeit erfahren. An der „Spitze“ steht dabei die Zentralafrikanische Republik, wie aus dem am Dienstag in Bonn veröffentlichten neuen Krisenreport der Hilfsorganisation hervorgeht. So gab es 2025 nur 1.532 Online-Artikel über das Land, in dem als Folge von bewaffneten Konflikten und humanitären Notlagen mehr als 2,4 Millionen Menschen und damit jeder fünfte Einwohner auf der Flucht ist.
Seit zehn Jahren veröffentlicht Care jährlich einen Report, der die die Berichterstattung der weltweiten Online-Medien über humanitäre Krisen auswertet, die aus dem öffentlichen Blick zu geraten drohen. Acht der zehn am stärksten vernachlässigten Krisen liegen demnach in Afrika. Den zweiten Platz auf der Liste belegt Namibia, wo 1,3 Millionen Menschen sich nicht ausreichend ernähren können. In Sambia – Platz drei – sind 5,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Auslöser und Verstärker der humanitären Notlagen ist dabei dem Bericht zufolge vor allem der Klimawandel. Häufigere und intensivere Wetterextreme hätten Ernteausfälle sowie Probleme bei der Versorgung mit Wasser und Nahrung zur Folge. „Aufmerksamkeit ist eine Frage der Menschenwürde und des Überlebens. Denn wo Krisen unsichtbar bleiben, fehlt oft auch die finanzielle Unterstützung“, sagte der Generalsekretär von Care Deutschland, Karl-Otto Zentel.
Erstmals in der Liste ist Honduras genannt. In dem mittelamerikanischen Land lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Neu hinzugekommen ist auch Nordkorea, wo rund elf Millionen Menschen und damit knapp die Hälfte der rund 26 Millionen Einwohner an Hunger leiden.
Für den Report hat Care nach eigenen Angaben fünf Millionen Online-Artikel aus rund 345.000 Online-Medien in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch ausgewertet. Auf Basis einer Liste von 43 humanitären Krisen, die jeweils mindestens eine Million Menschen betreffen, wurden die zehn Krisen mit der geringsten medialen Aufmerksamkeit ermittelt.