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500 Jahre Reformation in Hessen: Programm zum Jubiläum

Mit einem Festakt am 21. Februar in der Stadtkirche St. Marien im nordhessischen Homberg (Efze) beginnt das Jubiläumsjahr „500 Jahre Homberger Synode“. Diese Versammlung beschloss im Jahr 1526, die Reformation in Hessen einzuführen. Insgesamt 118 Veranstaltungen in Homberg und den umliegenden Städten und Gemeinden stehen bis zum Reformationstag am 31. Oktober auf dem Programm.

Für Jürgen Helm endet damit eine intensive Phase. Der 63-Jährige war seit dem 1. Februar 2024 als Projektbeauftragter für die Vorbereitung des Jubiläums tätig, sein Vertrag endet zum 31. Januar. Auch danach wird er dem Jubiläumsjahr verbunden bleiben: Als Ehrenamtlicher im Geschichtsverein ist er für einzelne Veranstaltungen selbst verantwortlich, zudem engagiert er sich im Kirchenvorstand und will zahlreiche Termine besuchen.

Nach Einschätzung von Helm war die Bereitschaft zur Mitarbeit von Beginn an hoch. „Eine grundsätzliche Begeisterung war da“, sagt er. In Homberg selbst sei das Thema schon länger präsent gewesen. Ziel sei es gewesen, möglichst viele Akteure einzubinden wie Kirchen, Vereine, Kommunen, Schulen und Initiativen.

Eine Steuerungsgruppe mit Vertretern aus Kommune, Landeskirche, dem Evangelischen Forum Schwalm-Eder, der LEADER-Region und dem Tourismusservice Rotkäppchenland hat Entscheidungen getroffen. Helm habe vermittelt, Verbindungen hergestellt und Anregungen aufgenommen. Nur wenige Ideen hätten nicht in den Rahmen gepasst.

Als einen der Höhepunkte des Programms bezeichnet Helm eine geplante Ausstellung in einem Einkaufszentrum in Homberg. In Kooperation mit einer Haupt- und Realschule haben Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren 16 großformatige Ausstellungstafeln zur Homberger Synode erarbeitet. Die Ausstellung wird im Foyer eines Einkaufszentrums gezeigt.

Für Helm ist das Projekt bewusst niedrigschwellig angelegt. Die Tafeln vermittelten kurze, leicht erfassbare Informationen zur Reformation und zur Bedeutung der Synode von 1526. „Die Menschen werden nicht daran vorbeikommen“, sagt er. Er hebt hervor, dass sich auch Jugendliche ohne christlichen Hintergrund beteiligt hätten. „Es ist uns gelungen, über Konfessionsgrenzen hinaus aktiv zu werden.“ Die große Beteiligung mache das Projekt für ihn besonders reizvoll. „Es wird spektakulär“, sagt Helm.

Zu den 118 Veranstaltungen zählen Konzerte, Theateraufführungen, Stadtführungen und Vorträge. Eine Vortragsreihe des Geschichtsvereins beginnt am 4. März im Haus der Reformation und trägt den Titel „Mit dem Glauben Staat machen“. Insgesamt sei das Programm bewusst vielfältig angelegt, sagt Helm. „Es ist alles dabei.“ Helm zeigt sich überzeugt, dass das Jubiläum ein breites Publikum ansprechen wird.

Bei der Terminplanung wurde Rücksicht auf Ferienzeiten genommen, da viele Veranstaltungen von Ehrenamtlichen getragen werden. Auch Großereignisse wie die Fußballweltmeisterschaft seien berücksichtigt worden.

Das Projektziel sei erreicht: ein gemeinsamer Veranstaltungskalender, die Einbindung unterschiedlichster Gruppen, die Koordination der Angebote sowie die Erstellung eines Jubiläumsmagazins und einer Webseite. „Am meisten Freude bereitet mir, dass wir so viele unterschiedliche Gruppen unter dem Label ‚500 Jahre Homberger Synode‘ zusammengebracht haben“, sagt Helm. Das Jubiläum sei keine rein kirchliche Veranstaltung, sondern werde von vielen getragen.

Das Jubiläumsjahr endet am 31. Oktober mit einem Gottesdienst zum Reformationstag, in dem die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, predigen wird. Der Eintritt zu vielen Veranstaltungen ist frei. Weitere Informationen und das Jubiläumsmagazin stehen online zur Verfügung.