Der Naturschutzverein Jordsand hat die Zwergseeschwalbe (Sternula albifrons) als „Seevogel des Jahres“ 2026 ausgewählt. Damit wolle der Verein aus Schleswig-Holstein auf die Gefährdung dieser Vogelart aufmerksam machen, teilte Jordsand am Freitag mit. Die Gesamtzahl der Zwergseeschwalben-Brutpaare an den norddeutschen Küsten habe von 2010 bis 2019 durchschnittlich um 33 Prozent abgenommen. Die Art gelte als „vom Aussterben bedroht“.
„Die Zwergseeschwalbe wurde ausgewählt, da sich ihre verbliebenen Brutvorkommen in Deutschland nur noch auf sehr wenige Gebiete an den Küsten von Nord- und Ostsee beschränken und sie dort als typischer Strandbrüter einer Vielzahl von Störungen und Gefahren ausgesetzt ist“, erklärte Jordsand-Geschäftsführer Steffen Gruber.
Die Zwergseeschwalbe ist die in Deutschland kleinste Schwalbenart. Es handelt sich um sogenannte Strandbrüter, die an der Nord- und Ostseeküste an Flächen frei von Vegetation brüten. Ihr Lebensraum werde unter anderem durch notwendige Küstenschutzmaßnahmen, aber auch durch die Verringerung ungestörter Strandabschnitte und die Verschlechterung der ökologischen Zustände der Meere bedroht, hieß es.
Um die Zwergseeschwalbe an den norddeutschen Küsten zu schützen, errichtet der Verein Jordsand in den betreuten Gebieten unter anderem Schutzzäune und macht Strandbesuchende durch Absperrseile und Informationsschilder auf die Brutzonen der Schwalbe aufmerksam.
Seit 2014 kürt der Verein Jordsand jährlich eine Vogelart zum Seevogel des Jahres, um auf die Bedrohung von Vogelarten aufmerksam zu machen.