Sie liest sich wie ein Schurken-Index: die Preisträgerliste des Ordens der Republika Srpska, einer der beiden Teilrepubliken Bosniens. Jetzt gibt es einen neuen Eintrag.
Bei seinem Besuch in Bosnien und Herzegowina hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban am Freitag den Orden der Republika Srpska erhalten. Die Auszeichnung der bosnischen Teilrepublik ging historisch an Nationalisten und Anhänger der Idee eines großserbischen Reiches. Auch verurteilte Kriegsverbrecher wie Radovan Karadzic und Ratko Mladic finden sich unter den Geehrten.
“Ich habe euch Serben stets dafür bewundert, dass ihr euren Platz in der neuen Welt sucht und findet”, sagte Orban bei der Verleihung in Banja Luka. Die EU behandele Serben unfair und müsse erkennen, dass es ohne Serben weder Sicherheit noch Stabilität in Europa geben könne. Bosniens Serbenführer Milorad Dodik, der in den vergangenen Monaten wiederholt mit der Abspaltung von Bosnien-Herzegowina drohte, betonte die enge Freundschaft zwischen Ungarn und dem serbischen Volk.
2023 war die Auszeichnung an Russlands Präsidenten Wladimir Putin gegangen. Weiter befinden sich unter den Geehrten der russische Außenminister Sergej Lawrow, der serbische Tennisspieler Novak Djokovic, der österreichische Rechts-Politiker Heinz Christian-Strache und sein Landsmann und Literaturnobelpreisträger Peter Handke, ebenso der verstorbene serbische Patriarch Irinej. Alle standen in der Vergangenheit wegen ihrer politischen Ansichten in der Kritik.