Warum die Kirche ohne Priester nicht auskommt. Und welche Art Priestertum allen Gläubigen zukommt. Darüber hat der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke am Samstag gepredigt. Bei einer Priesterweihe.
Das Bistum Eichstätt hat zwei neue Priester. Bei der Weihe am Samstag in der Eichstätter Schutzengelkirche warnte der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke die beiden Kandidaten vor Selbstermächtigung und Selbstaufgabe. Priester seien dazu da, die Kirche davor zu bewahren, sich selbst an die Stelle Christi zu setzen. “Als Kirche sind wir nicht nur Jesus People, sondern stehen in Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott”, sagte Hanke. “In seinem amtlichen Handeln steht der Priester in der Anwaltschaft des Vaters, und setzt Christi Stellung fort.”
Der Bischof sprach in seiner Predigt auch über das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen. Allein das Lebenszeugnis jedes Christen sei bereits Gottesdienst in dieser Welt. Christsein lasse sich aber nicht reduzieren auf ethisches Handeln oder die Pflege von Kult. Der wahre Kern des priesterlichen Dienstes sei die Evangelisierung. Diese dürfe nicht mit Publicity verwechselt werden. Vernachlässige die Kirche diese Aufgabe, “mutiert sie zum Religionsverein, zu einer Erziehungsanstalt für Werte oder zu einer NGO”.