Ist erben gerecht? Diese Frage kommt immer wieder bei der Diskussion um eine höhere Erbschaftssteuer auf. Junge Menschen haben laut einer Studie mit Blick auf das Erben tatsächlich ein stärkeres Bewusstsein für das Gemeinwohl.
Zwei von drei Deutschen würden laut einer Umfrage des Forsa-Instituts zugunsten wohltätiger Einrichtungen auf einen Teil ihres Erbes verzichten. Bei jungen Frauen sei diese Einstellung stärker vertreten als bei Männern, teilte das Redaktionsnetzwerk Deutschland am Freitag mit. SOS Kinderdörfer weltweit hatte die Studie in Auftrag gegeben.
Demnach würden 86 Prozent der Frauen und zwei Drittel der Männer unter 35 Jahren zum Teil auf ihr Erbe verzichten. Unterschiede gibt es auch zwischen Groß- und Kleinstädten: Drei von vier Menschen in einer Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern sei zu einem Verzicht bereit, in Städten mit weniger als 20.000 Einwohnern seien es 64 Prozent.
Als Hauptgrund nannten die Befragten das Recht der Eltern, mit ihrem Vermögen frei und selbstbestimmt umzugehen (92 Prozent). 45 Prozent der unter 35-Jährigen möchte den Angaben zufolge der Gesellschaft etwas zurückgeben, während das nicht einmal jeder Vierte zwischen 60 und 65 Jahren von sich sagte.
Die Ergebnisse stammen aus einer Befragung von 1.600 mithilfe eines Online-Panels zufällig ausgewählten Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren im Januar.