Schwerin. Altbundespräsident Joachim Gauck hat dazu aufgerufen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. In der Zuwendung zum Gegenüber könne die schönste Form der Freiheit erfahren werden, sagte er im voll besetzten Schweriner Dom vor mehr als 1.000 Besuchern. Gauck hielt die Festrede zum Gedenken an die friedliche Revolution vor 30 Jahren. Das "Glück der Zuwendung" zu etwas, das einem am Herzen liegt, sei wichtig. Gott habe den Menschen geschaffen mit der unverwechselbaren Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.
Demokratie sei keine Einladung zur Party, sondern zur Eigenverantwortung, sagte Gauck. Es gebe viele Möglichkeiten der Mitwirkung, etwa in Bürgerinitiativen, Vereinen oder in der Nachbarschaft. Das Gefühl der Eigenverantwortung müsse bewahrt werden, statt zu denken, andere seien dazu da, über einen zu bestimmen. Die Aussage "Wir sind das Volk" dürfe man sich nicht von irgendwelchen Okkupanten wegnehmen lassen. Man dürfe nicht von Führerschaft und Gefolgschaft träumen. "Wir glauben an die Möglichkeiten, die wir morgen haben, weil wir sie gestern hatten."

