Artikel teilen:

Zukunft gesichert – Oberschlesisches Landesmuseum erhält Bundesmittel

Der weitere Betrieb des Oberschlesischen Landesmuseums in Ratingen (Kreis Mettmann) ist fürs Erste gesichert. Der Haushaltsausschuss des Bundestages habe am Donnerstag beschlossen, das Museum mit 870.000 Euro für die Erneuerung seiner Dauerausstellung zu fördern, teilte der Rat der Stiftung Haus Oberschlesien am Freitag mit. Die Mittel sind für die Haushaltsjahre 2026 und 2027 vorgesehen. Grundlage war ein Konzept des Museums für die Neugestaltung der Dauerausstellung zwecks Attraktivitätssteigerung und Modernisierung seines Standorts.

Der Rat der Stiftung Haus Oberschlesien sieht sich durch die Entscheidung in seinem Engagement für den Erhalt des Standorts bestätigt. Die Zukunft der Einrichtung stand infrage, weil der Vorstand der Stiftung beschlossen hatte, den Museumsbetrieb in Ratingen Ende dieses Jahres aus finanziellen Gründen einzustellen und die Sammlung in das Ruhr-Museum in Essen zu integrieren, falls der Bund keine Mittel für das Museum zur Verfügung stellen sollte.

Der Stiftungsrat hatte daraufhin interveniert und sich nachdrücklich für einen Erhalt am Standort eingesetzt. Dazu schlug er unter anderem auch die Bildung eines Runden Tisches vor. Damit soll „die Arbeit des Oberschlesischen Landesmuseums strategisch und strukturell zukunftsfähig gemacht“ werden.

Der Vorsitzende des Vorstandes, Sebastian Wladarz, zeigte sich nach der Entscheidung des Bundes lediglich „verhalten optimistisch“, dass der Standort langfristig gesichert ist. „Mir persönlich, da bleibe ich dabei, wäre eine Investition des Bundes am Standort Zollverein für die Zukunftssicherung der Einrichtung als zielführender erschienen. Die Bundestagsabgeordneten haben sich mit der Dauerausstellung nämlich nur eine der vielen Baustellen ausgesucht und dafür Finanzmittel bereitgestellt“, betonte er.

Laut dem Vorstandsvorsitzenden bleiben mit Blick auf die Zukunft des Museums „viele Fragen offen“. So müsse das Konzept für die Dauerausstellung erst noch vom Vorstand beschlossen werden. Auch der wissenschaftliche Beirat, der die Konzeption begleiten sollte, sei noch nicht gegründet. „Ob die Zukunft der Einrichtung tatsächlich für die Zukunft gesichert ist, wird sich erst in einigen Jahren herausstellen“, erklärte Wladarz.

Die Stiftung und das Museum bewahren das kulturelle Erbe Oberschlesiens, das heute politisch zu Polen und der Tschechischen Republik gehört. Viele Oberschlesier kamen im 19. und 20. Jahrhundert durch den Bergbau sowie durch Flucht, Vertreibung und Spätaussiedlung als Folge der beiden Weltkriege in den Westen Deutschlands. Zur Sammlung gehören mehr als 10.000 Objekte – neben Malerei auch Gegenstände aus Religion und Bergbau, Fotos, Dokumente und Alltagsgegenstände.