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Zuhören und die Bürger fragen

Um „Kirche der Menschen“ zu sein, müssen die Verantwortlichen in der Kirche viel mehr zuhören, als sie das derzeit tun. Das hat der Pfarrer und Gemeindeberater Roland Thürmel in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) gefordert. Kirche müsse erfahren, was sowohl die Kirchenmitglieder als auch die Menschen insgesamt beschäftige. Auch auf Kritik oder Wut solle sie „nicht gleich mit den eigenen Antworten reagieren, sondern mit einer fragenden Grundhaltung“, sagte Thürmel von der „Wirkstatt evangelisch“, die sich mit den Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung befasst.

Es sei gar nicht wichtig, auf welchen medialen Kanälen Menschen ins Gespräch kämen, betont Thürmel und merkt an: „Der Heilige Geist kann auch Zoom.“ Viel wichtiger sei, sich für Gespräche Zeit zu nehmen. Schon der Satz „ich nehme mir jetzt die Zeit“ sei etwas Wunderschönes.

Thürmel rät allen, sich Menschen zu suchen, mit denen man darüber ins Gespräch kommen könne, „an welcher Stelle man vielleicht ansetzen kann, um die Welt ein ganz kleines Stück besser zu machen“. Man solle sich fragen, „wo könnte ich mich mit meiner wenigen Zeit sinnvoll engagieren?“, statt sich in Sozialen Medien über Geschehnisse zu empören.

An die Politik appelliert Thürmel, bei Entscheidungen echte Bürgerbeteiligung zuzulassen. „Die Erfahrung, dass ich als Bürger von der Politik wahrgenommen werde, holt Menschen wirklich gut ab.“ Es fehle ein moderiertes Verfahren, um zu guten Lösungen zu kommen, stellte er fest. Die Menschen vor Ort seien Expertinnen und Experten vor Ort. „Ich kann doch nicht gute Lösungen entwickeln und den Expertenrat dabei ausschlagen.“ (3463/07.11.2025)