Nach Kritik an einem Bericht des „Heute Journals“ vom Sonntagabend zu Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE hat das ZDF Fehler eingeräumt. „Der Beitrag entspricht nicht unseren Standards und hätte in dieser Form nicht gesendet werden dürfen“, erklärte die stellvertretende Chefredakteurin Anne Gellinek in Mainz. In dem Bericht über das rigide Vorgehen gegen Einwanderer war ein KI-generiertes Video von einer Festnahme ohne entsprechende Kennzeichnung gezeigt worden. Außerdem wurde Archivmaterial aus dem Jahr 2022 verwendet, das in keinem Zusammenhang mit den ICE-Einsätzen stand.
Nach Kritik an dem Beitrag hatte das ZDF die Ausgabe des „Heute Journals“ zunächst aus der Mediathek gelöscht. In einer zwischenzeitlich abrufbaren korrigierten Fassung wurden die falschen Videosequenzen durch Standbilder ersetzt. Am Dienstag war die Ausgabe der Sendung dann erneut nicht auffindbar in der Mediathek: Man habe den Beitrag von allen Plattformen entfernt und werdeauf „ZDFheute.de“ sowie an gleicher Stelle im „Heute Journal“ „korrigierend berichten“, hieß es.
Unklarheit über Intention des ZDF-Berichts
Anfangs hatte der Sender von einem technischen Versehen gesprochen. „Der Beitrag zeigt, dass sowohl mit echten als auch mit KI-generierten Bildern ein Klima der Angst erzeugt wird“, teilte der Sender dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mit. „Wir bedauern, dass dabei nicht deutlich genug wurde, welche Bilder real sind und welche nicht.“ In dem eigentlichen Bericht des ZDF-Studios New York war der Einsatz von Fake-Videos zur Einschüchterung von Einwanderern allerdings an keiner Stelle Thema. Lediglich in der Anmoderation hatte „Heute Journal“-Moderatorin Dunja Hayali erklärt, von den brutalen ICE-Einsätzen kursierten viele Videos: „Nicht alle sind echt, aber doch sehr viele.“
Nathanael Liminski, nordrhein-westfälischer Medienminister und Mitglied im ZDF-Fernsehrat, warnte das ZDF vor einer Bagatellisierung des Fehlers: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat den Auftrag, durch verlässliche und ausgewogene Informationen zur Meinungsbildung beizutragen“, sagte der CDU-Politiker dem „Stern“ in Hamburg.
