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Zahl der Saatkrähen im Südwesten nimmt deutlich zu

Die Zahl der Saatkrähen in Baden-Württemberg hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die Anzahl der erfassten Nester stieg von rund 9.100 im Jahr 2021 auf über 15.500 im Jahr 2024, schreibt das Landwirtschaftsministerium in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion. Allerdings habe man in jüngster Zeit auch mehr Koloniestandorte kontrolliert, hieß es weiter. Das Ministerium schätzt den aktuellen Brutbestand auf 12.000 bis 15.000 Paare. Im Gegensatz dazu sei die Population der Rabenkrähe im Land stabil.

Um Schäden in der Landwirtschaft zu verhindern, haben die Behörden in diesem Jahr fünf Landkreisen Ausnahmegenehmigungen zur Vergrämung von Saatkrähen erteilt. Infolge wurden mindestens 175 Vögel getötet. Die Genehmigungen gelten ausschließlich für landwirtschaftliche Flächen und nicht für städtische Gebiete. Für Rabenkrähen wurden drei solcher Verfügungen erlassen.

Die Landesregierung plant derzeit keine weitergehenden Schritte und verweist auf ein Pilotprojekt in Bayern. Dort wird unter anderem der Abschuss von Saatkrähen im städtischen Raum getestet. Die Ergebnisse aus Bayern werden im Frühjahr 2026 erwartet, erst danach will die Regierung in Stuttgart über das weitere Vorgehen entscheiden.

Ein Projekt zur Entnahme von Nestern und Eiern im nordrhein-westfälischen Kreis Soest bewertet das Ministerium als nicht erfolgreich. Der finanzielle und personelle Aufwand sei immens gewesen, ohne die Krähenpopulation nachhaltig zu beeinflussen.

Die Saatkrähe ist nach EU-Recht eine besonders geschützte Vogelart. Das Töten der Tiere sowie die Entnahme von Eiern oder die Zerstörung von Nestern ist grundsätzlich verboten. Ausnahmen können nur erteilt werden, wenn ernste landwirtschaftliche Schäden drohen und keine anderen zumutbaren Alternativen bestehen. Die alleinige Reduzierung des Bestandes sei als Grund nicht zulässig, betont das Ministerium. (3065/27.11.2025)