Zahl der Kindeswohlgefährdung gestiegen

Bei immer mehr Kindern in Niedersachsen haben die Jugendämter im vergangenen Jahr eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Die Zahl der akuten und latenten Kindeswohlgefährdungen sei 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent angestiegen, teilte das Landesamt für Statistik am Dienstag in Hannover mit. Insbesondere die Vernachlässigungen und psychischen Misshandlungen gegenüber Minderjährigen stellten akute Gefährdungen dar.

Insgesamt hätten die Jugendämter mehr als 20.000 Einschätzungen zu einer Gefährdung abgegeben, hieß es. Das seien 9,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zudem sei auch die Zahl der Kinder gestiegen, die Hilfe- oder Unterstützung benötigten, hieß es. Während im Jahr 2023 noch 6.411 Fälle verzeichnet wurden, waren es im vergangenen Jahr 6.946.

Bei rund 2.369 Kindern wurde nach Angaben der Behörde eine akute Kindeswohlgefährdung festgestellt. Davon seien nach Einschätzung des Jugendamts 1.322 Kinder vernachlässigt, 903 psychisch misshandelt und 863 körperlich misshandelt worden. Mehrfachnennungen seien bei dieser Auflistung möglich.

Eine latente Kindeswohlgefährdung habe im vergangenen Jahr bei 2.073 Fällen vorgelegen - das waren 2,6 Prozent weniger als 2023. Dies bedeutet, dass eine akute Kindeswohlgefährdung nicht eindeutig feststellbar ist, aber die Jugendämter gewichtige Hinweise auf eine drohende erhebliche Schädigung des Kindeswohls vorfinden.

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