Warum hämmert der Specht? Und warum haben manche Bäume dicke Beulen? Nicht jede Frage von Kindern können Eltern leicht beantworten. Ein Naturführer für Familien soll nun etwas Nachhilfe geben.
Manchen Eltern ist es peinlich, wenn sie scheinbar einfache Fragen ihrer Kinder bei Ausflügen in die Natur nicht beantworten können – das ist die Erfahrung von Biologe und Outdoor-Experte Manuel Larbig. Sein Buch “Warum hämmert der Specht? Ein Naturführer für die ganze Familie” ist im Mai erschienen. “Dabei ist das nicht schlimm. Schlimm ist es nur, wenn Erwachsene es nicht zugeben, ablenken oder die Frage ignorieren”, sagt Larbig der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
In seinem Buch liefert der Autor zahlreiche Erklärungen zu Fragen von Kindern, die ihm selbst während Workshops und Führungen begegnet sind. Sind Pilze eigentlich Pflanzen? Und woher kommen die dicken Beulen an manchen Bäumen? Welches sind die gefährlichsten Tiere in unserem Land? “Das sind Themen, die Erwachsene oft auch spannend finden. Aber sie kommen erst durch Kinder darauf”, sagt Larbig. Sein Buch sei augenzwinkernd als “Nachhilfe” gedacht.
Der Biologe ist als Kind nach eigenen Worten jedes Wochenende mit seinen Großeltern wandern oder spazieren gegangen. Er ist überzeugt: “Wenn man die Natur früh mit positiven Erfahrungen verknüpft, kann man ein Gefühl dafür entwickeln, dass sie schützenswert ist.” Kinder könnten sich darüber hinaus in der Natur freier bewegen, sie mit mehreren Sinnen erfahren, Neues entdecken und ihre Aufmerksamkeit schulen. Auf einem Quadratmeter Wiese könnten etwa bis zu 60 verschiedene Pflanzenarten leben. “So etwas zu entdecken, öffnet das Bewusstsein für die Artenvielfalt”, sagt Larbig.
Der Mittdreißiger schildert den Eindruck, “dass Großstädte nicht der richtige Lebensraum für Kinder sind”. Dennoch ließen sich sowohl auf dem Land als auch in der Stadt Expeditionen in die Natur unternehmen. Mit jüngeren Kindern empfiehlt Larbig zum Beispiel eine Abend- oder Nachtwanderung samt Taschenlampe für jedes Kind. “Dann kann man schauen, welche Tiere abends unterwegs sind, etwa bei den Insekten. Oder man entdeckt Spinnen auf dem Waldboden, die man tagsüber nicht krabbeln sieht.” Etwas ältere oder jugendliche Kindern könnten mit Bestimmungs-Apps für Pflanzen und Tiere begeistert werden: “Das kann dann auch ein Detektivspiel sein.”
Der Biologe möchte Lust machen aufs “Draußensein”, auf das genaue Hinschauen. Im besten Fall sei man mit seinem Buch dann auch für einige mögliche knifflige Fragen schon gewappnet.