Frömmigkeits- und Wallfahrtskultur gehörte zu seinen Spezialgebieten. Nun ist der Ethnologe Wolfgang Brückner gestorben. Das Fernsehen machte ihn auch überregional bekannt.
Der Volkskundler Wolfgang Brückner ist tot. Der emeritierte Ethnologieprofessor der Uni Würzburg starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren, wie das Bistum Würzburg am Mittwoch mitteilte.
Brückner sei eng mit dem Bistum verbunden gewesen, erklärte der Leiter der Abteilung Kunst des Bistums Würzburg, Jürgen Emmert. “Mit Wolfgang Brückner verliert die Diözese einen herausragenden Wissenschaftler, der religiöse Phänomene der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart beobachtet und auf geistreiche Art beschrieben hat. Die Geschichtsschreibung des Bistums wäre ohne seinen Beitrag um vieles ärmer.”
Brückner wurde am 14. März 1930 in Fulda geboren. Er studierte in Frankfurt Philosophie, Germanistik, Geschichte und Volkskunde. Nach Promotion und Habilitation übernahm er dort eine Professur. Im Jahr 1973 wechselte er nach Würzburg auf den Lehrstuhl für Deutsche Philologie und Volkskunde, wo er bis zu seiner Emeritierung 1998 lehrte. Einer seiner Forschungsschwerpunkte war Frömmigkeits- und Wallfahrtskultur in Unterfranken. 2002 erhielt er für seine Verdienste den Päpstlichen Gregoriusorden. Außerhalb der Universität wurde Brückner einem breiteren Publikum durch seine Auftritte in der BR-Sendereihe “Kunst und Krempel” bekannt.