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Wolfswelpe folgt Spaziergängern

Ein Wolfswelpe im sächsischen Landkreis Görlitz nähert sich immer häufiger gezielt Menschen an. Aktuell gebe es mehrere Meldungen zu Nahbegegnungen mit dem jungen, verspielten Tier zwischen Herrnhut, Oberseifersdorf und Schlegel, teilte das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Freitag in Dresden mit.

Der männliche Welpe sei im Territorium des Wolfsrudels Großhennersdorf unterwegs. Er nähere sich Menschen auf kurze Distanz, sei neugierig und folge Spaziergängerinnen und Spaziergängern über weite Strecken. Dabei zeige er Spielaufforderungen, indem er kleine Sprünge absolviere oder Gegenstände ins Maul nehme. Ein aggressives Verhalten gegenüber Menschen sei bislang nicht beobachtet worden, hieß es.

Das gezeigte Verhalten sei aber für einen in freier Wildbahn aufgewachsenen Wolf sehr ungewöhnlich. Wölfe reagieren auf Menschen in der Regel mit Vorsicht, vermeiden Begegnungen oder ziehen sich bei solchen zurück. Die Ursache des auffälligen Verhaltens des jungen Wolfes sei noch nicht geklärt, hieß es.

Es werde vermutet, dass der Welpe positive Erfahrungen mit Menschen gemacht haben könnte. Die instinktive Vorsicht könne verloren gehen, wenn die Tiere zum Beispiel über längere Zeit gezielt angefüttert wurden. Auch ein spielerisches Anlocken könne Interesse wecken. Das Team des sächsischen Wolfsmanagements wolle das auffällige Jungtier nach Möglichkeit mit einem Senderhalsband versehen und Maßnahmen zur Vergrämung einleiten, damit das Tier die Scheu vor Menschen wieder aufbaut.