Der Alpenschneehase ist in Deutschland extrem selten und lebt nur in den nördlichen bayerischen Alpen. Um einen Überblick über Verbreitung und Bestand zu bekommen, starten Forscher nun ein neues Projekt bis Ende 2027.
Wo lebt der Alpenschneehase und wie viele davon gibt es? Das wollen die Deutsche Wildtierstiftung, das Bayerische Landesamt für Umwelt, die Bayerischen Staatsforsten und weitere Kooperationspartner herausfinden. Laut Mitteilung des Landesamts soll bis Ende 2027 eine Karte entstehen, die die Verbreitung des Tieres in den bayerischen Alpen zeigt. Diese seien das nördlichste Verbreitungsgebiet der Hasen, die in Deutschland extrem selten seien. Valide Zahlen zur Verbreitung oder Bestandshöhe gebe es bisher nicht.
Daten dafür liefern laut Mitteilung Wildtierkameras. Jäger und Förster sollen zudem Bilder ihrer eigenen Wildtierkameras von Schnee- und Feldhasen zur Verfügung stellen. Denn diese machten immer wieder Aufnahmen von den Tieren. Die Lebensräume beider Hasen überschnitten sich teilweise, sie seien zudem miteinander verwandt.
"Um wirksame Schutzmaßnahmen für den selten gewordenen Schneehasen zu entwickeln, müssen wir mehr über seinen Lebensraum und seine Herausforderungen wissen", sagte Klaus Hackländer, Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. Monika Kratzer, Präsidentin des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, ergänzte: "Es ist noch viel zu wenig über die Abgrenzung der Lebensräume von Schnee- und Feldhasen bekannt. Dieses Monitoring schließt eine wichtige Wissenslücke."
Alpenschneehasen sind laut Angaben Meister der Tarnung. Zweimal im Jahr wechseln sie ihre Fellfarbe: von braun auf weiß und wieder zurück. Dies schütze die Tiere auch vor niedrigen Temperaturen, da die weißen Haare mit Luft gefüllt seien und besser gegen Kälte isolierten. Die Tiere kommen demnach ab einer Höhe von 1.300 Metern vor und können auch bei Eiseskälte und hohem Schnee überleben.