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Wissenschaftsministerium reagiert auf Tweet von Jura-Professor

Nach mutmaßlich frauenfeindlichen Äußerungen des Leipziger Jura-Professors Tim Drygala reagiert das zuständige Ministerium zurückhaltend. „Die Universität Leipzig steht für Weltoffenheit, Meinungsvielfalt und Diskurs“, heißt es in der Antwort des Wissenschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im sächsischen Landtag, die am Montag in Dresden verbreitet wurde. Drygala soll in den sozialen Netzwerken diskriminierende Posts verbreitet haben.

Studierende appellierten an die Fakultäts- und Hochschulleitung und forderten Konsequenzen. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) erklärte: „Private Äußerungen, die auf privaten Social-Media-Accounts getätigt werden, können durch die Universität nicht verhindert werden.“ Dies gelte „unabhängig davon, ob Mitgliedern von Hochschul- und Fakultätsleitung Äußerungen einzelner Hochschulangehöriger missfallen“.

Eine andere Lage sei gegeben, wenn Dienstpflichten verletzt würden. „Es wurden und werden dementsprechend Gespräche geführt, um das Bewusstsein für Diskriminierungsfreiheit zu stärken“, heißt es in der Antwort weiter. Der umstrittene Post wurde laut Ministerium inzwischen gelöscht.

Nach Angaben der Linksfraktion soll darin ein Foto der Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Heidi Reichinnek, an einer Kühlschranktür zu sehen gewesen sei – mit dem Kommentar: „Unsere Kühlschranktür schließt schlecht. Man muss immer mit der Faust dagegen schlagen, damit sie richtig zu ist.“ Reichinnek erstattete inzwischen Anzeige.