Durch hohe Kosten für Kakao, Energie und Löhne sehen sich Schokoladen-Hersteller unter Druck. Sie fordern laut einem Bericht auch für 2026 erneut höhere Preise. Doch der Handel sieht dafür kaum noch Spielraum.
Für das Jahr 2026 halten Experten weiter steigende Preise für Schokoladen-Weihnachtsmänner, Osterhasen und Co. für möglich. Hintergrund sind laut “Lebensmittel Zeitung” entsprechende Forderungen namhafter Hersteller, heißt es am Freitag in der neuen Ausgabe des Fachblatts aus Frankfurt. Diskutiert würden teils Preisaufschläge im zweistelligen Prozentbereich. “Es zeichnen sich harte Verhandlungen mit dem Handel in den Jahresgesprächen ab.” Eine Signalwirkung wird dabei der Preispolitik von Aldi zugeschrieben.
Die Preispolitik des Discounter gilt demnach in der Branche als entscheidend. “In der Süßware setzt allein Aldi den Preis”, wird ein Manager zitiert. Laut Bericht verweisen Hersteller auf gestiegene Kosten. Verpackung, Löhne und Energie seien teurer geworden. Zudem sei Kakao an der Börse mehr als doppelt so teuer wie vor drei Jahren.
Auch gehe der Mindestpreis, den die Bauern in den Anbauländern für Kakaobohnen erhalten, kontinuierlich nach oben. “Die Rentabilität ist eine enorme Herausforderung”, sagt der Geschäftsführer eines Schokoladen-Herstellers.
Die Verbraucher zahlen bereits seit längerem immer mehr für Schokolade. So koste etwa die klassische 100-Gramm-Tafel einer bekannten Marke inzwischen 4,99 Euro, schreibt das Blatt. Bereits früher wurde über Preisaufschläge berichtet. Knapp 40 Prozent mehr mussten Kunden 2024 im Durchschnitt für Schokoladen im Vergleich zum Jahr 2020 zahlen, wie das Statistische Bundesamt im April mitteilte.
Für weitere Preiserhöhungen gebe es aus Sicht des Handels wenig Spielraum. Verwiesen wird laut Zeitung auf Milch und Zucker, die zuletzt günstiger geworden seien. Schon jetzt verkaufe sich ein großer Teil der Ware nur noch zum Aktionspreis, heißt es weiter.
Praktisch alle großen Produzenten hätten 2025 in Deutschland an Verkaufsvolumen verloren. Mit einem Jahresumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro stehe allein die Tafelschokolade für rund zehn Prozent der gesamten Süßwarenumsätze.