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Winterzeit ist Keimzeit – auch am Arbeitsplatz

Es wird winterlich in vielen Regionen Deutschlands. Mit nass-kalten Temperaturen steigt die Zahl der Atemwegsinfekte an. Auch in Büros wird geschnieft. Damit daraus nicht eine Kaskade wird, hilft Hygiene am Arbeitsplatz.

Der Winter bringt die Kälte und die laufende Nase. Das gilt nicht nur für Kindertagesstätten und Schulen, sondern auch in größeren und kleineres Büros greift der ein oder andere zum Taschentuch. Und wo landet die Hand danach? Auf der Tastatur oder Maus. Falls nun, wie es seit der Corona-Pandemie in vielen Büros der Fall ist, feste Arbeitsplätze durch mobile und rotierende ersetzt wurden, heißt es Vorsicht: Aber wie?

Jede Bedienfläche wird durch den Benutzer bakteriell und auch viral “kontaminiert”. Denn insbesondere auf den Händen befinden sich je nach Beschäftigung laut Experten bis zu Millionen unterschiedlichster Keime. Vor allem die Computermaus und -tastatur werden fortlaufend angefasst. Relevant wird es aber nur, wenn krankmachende Erreger und Keime übertragen werden – und das in hoher Dosis.

Regelmäßiges Händewaschen oder Desinfizieren der Hände vor dem Benutzen einer Tastatur oder Computermaus ist sinnvoll. Mit dem 30-sekündigen Waschen der Hände mit normaler Seife kann die Keimzahl auf ein Minimum reduziert werden. Und die Keime landen auch nicht auf Türgriffen, Bürostühlen oder in der Kaffeeküche. Denn gerade die Küche, etwa das Spülbecken, ist ein Ort, der sowieso sehr keimbelastet ist.

Da ist an erster Stelle Staub zu nennen. Aber auch Fett über die Haut, abgestorbene Hautgewebeteilchen oder Reste von Pflegeprodukten, etwa Handcremes, können an der meist eher rauen Oberfläche einer Computertastatur hängen bleiben. Wenn dann der Arbeitsplatz noch zum Esstisch wird und das Frühstücksbrötchen oder der Nusssnack darüber verspeist wird, landen auch Reste hiervon in den Zwischenräumen der Tastatur.

Die einfachste Methode, um Staub oder Essensreste zu entfernen, ist das vorsichtige Ausschütteln der Tastatur über einem Mülleimer. Zusätzlich können die Zwischenräume mit einer kleinen Bürste, etwa einer Zahnbürste, geputzt werden. In die ganz schmalen Ritzen passt womöglich eher ein Wattestäbchen. Auch das Absaugen der Tastatur ist möglich, muss aber mit Vorsicht einhergehen. Falls ein Buchstabe nicht ganz fest ist, könnte er im Staubsaugerbeutel landen.

Hier gibt es geteilte Meinungen. Der Verbund für Angewandte Hygiene empfiehlt beispielsweise für Arztpraxen, dass zur Reinigung von Tastaturen begrenzt Viren abtötendes Flächendesinfektionsmittel genutzt werden sollte. In einem Umfeld mit grundsätzlich Gesunden ist im Regelfall ein Abwischen mit hochprozentigem Alkohol, beispielsweise als Feuchttuch, ausreichend. Aber auch das Wischen mit Neutralreiniger entfernt bereits viel Schutz.

Das sieht der Verbund für Angewandte Hygiene kritisch. Der komplexe Aufbau einer Standardtastatur mache ein vollständiges Desinfizieren schwer möglich. Zudem könne es bei zu viel Flüssigkeit zu Schäden kommen. Es gibt mittlerweile aber auch flache Tastaturen, die oftmals abwaschbar sind. Alternativ kann ein abwaschbarer Tastaturschutz, etwa aus Silikon, auf eine Tastatur gelegt werden. Dieser kann in einem Büro mit wechselnden Arbeitsplätzen auch personalisiert sein.