Protest gegen Nato-Ehrung: Aktivisten zweifeln an der friedensstiftenden Rolle des Bündnisses. Die Preisverleiher sehen die Allianz jedoch als Stabilitätsgaranten.
Friedensaktivisten lehnen eine Auszeichnung der Nato mit dem Westfälischen Friedenspreis 2026 ab. Das weltweit größte Militärbündnis könne kaum als würdiger Träger eines Friedenspreises gelten, teilte die Münsteraner Gruppe der Deutschen Friedensgesellschaft am Dienstagabend mit. So sei unter anderem der Einsatz des Bündnisses im ehemaligen Jugoslawien ohne UN-Mandat völkerrechtlich umstritten gewesen.
Die Münsteraner Gruppe der katholischen Friedensorganisation Pax Christi verwies auf den hohen Etat der Nato. In dem Militärbündnis würden die Waffen nicht niedergelegt, sondern es werde massiv aufgerüstet. “Einen Friedenspreis für ein Bündnis mit einem Kriegsminister in den USA?”, fragte die Gruppe.
Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wird von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe verliehen. Im kommenden Jahr nimmt Nato-Generalsekretär Mark Rutte stellvertretend für das Militärbündnis die Auszeichnung entgegen. Die Nato schaffe in einer Zeit globaler Unsicherheit Verlässlichkeit, fördere Partnerschaft und ermögliche Frieden durch Stabilität, so die Gesellschaft. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Vaclav Havel, Helmut Kohl, Valéry Giscard d’Estaing und Kofi Annan.