Im Oberallgäu gibt es seit Jahrzehnten eine besondere Nikolaus-Veranstaltung. Traditionell am ersten Sonntag nach dem 6. Dezember – also nach getaner Arbeit – hebt der Nikolaus in Sonthofen ab. Mit einem Gas-Ballon fährt er mit seinen Helfern laut Sonthofener Volksmund in den Himmel zum Christkind, Tausende Besucher schauen ihm dabei zu. Diesmal findet das Spektakel am 7. Dezember statt. Mit in seinem Sack: die Wunschzettel der Kinder. Wo genau das Christkind wohnt, will der Nikolaus im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) aber nicht verraten.
epd: Lieber Nikolaus, seit 1967 steigst du in Sonthofen in einen Gas-Ballon und hebst ab. Wohin geht die Reise?
Nikolaus: Ich fahre selbstverständlich in den Himmel zum Christkind. Ich nehme die Wünsche der Kinder in einem Rupfensack im Ballon mit, um sie dem Christkind zu übermitteln. Für mich ist das jedes Jahr ein besonderer Termin, denn dann ist meine Arbeit hier auf Erden abgeschlossen. Zurück bleiben die Kaufhaus-Nikoläuse – aber die sind ja nicht echt.
epd: Wo das Christkind wohnt, verrätst du wahrscheinlich nicht, oder?
Nikolaus: Nein, das ist Geheimsache. Bis jetzt haben alle meine Helfer dichtgehalten und den Wohnort des Christkinds nicht preisgegeben. Ich kann nur so viel verraten: Ein Ballon lässt sich ja nicht oder nur bedingt steuern. Der Ballon fährt also dahin, wo ihn der Wind hinweht. Und den Nikolaus-Ballon weht es immer zum Christkind.
epd: Bist du überhaupt schwindelfrei?
Nikolaus: Natürlich bin ich schwindelfrei, wind- und wetterfest. Meine Helfer übrigens auch. Normalerweise muss ein Passagier nicht schwindelfrei sein, um mitfahren zu können. Man hat ja keinen Bezug zum Erdboden – im Gegensatz zu einem Turm. Wind spürt man nicht, da der Ballon genauso schnell unterwegs ist wie der Wind. Es herrscht also eigentlich Windstille im Korb, auch wenn der Ballon mit 100 km/h über die Alpen fährt. (3640/02.12.2025)