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Weitere Nachrichtenseiten in Burkina Faso geblockt

In Burkina Faso geht die Militärregierung nach Berichten über Vorwürfe gegen die Armee weiter gegen internationale Medien vor. Die Kommunikationsbehörde des Sahel-Staates blockierte den Zugriff auf den Onlineauftritt von sieben Medienhäusern, darunter der Deutschen Welle, wie die staatliche Nachrichtenagentur AIB am Sonntagabend berichtete. Auch der französische Fernsehsender TV5 Monde und die britische Zeitung „The Guardian“ sind demnach von den Einschränkungen betroffen.

Die Regierung wirft den Medien laut AIB vor, „tendenziöse Informationen“ über die burkinische Armee veröffentlicht zu haben. Viele Medien hatten vergangene Woche über eine Untersuchung der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ (HRW) berichtet, der zufolge die Armee Ende Februar bei einem Angriff auf zwei Dörfer 223 Zivilistinnen und Zivilisten getötet haben soll.

Bereits am Donnerstag hatten die Behörden in Burkina Faso den Radiosendern BBC und Voice of America für zwei Wochen die Ausstrahlung verboten, nachdem sie über den HRW-Report berichtet hatten. Laut der Menschenrechtsorganisation handelt es sich bei den Massakern um eines der schlimmsten Verbrechen der Armee seit 2015. Unter den Toten seien mindestens 56 Kinder.

Die Militärregierung hatte die Vorwürfe am Wochenende zurückgewiesen. Kommunikationsminister Rimtalba Jean Emmanuel Ouedraogo warf HRW vor, ein Urteil gefällt zu haben, während die Untersuchungen zu den Morden noch andauerten. Von den neu erlassenen Einschränkungen gegen Medien sind laut AIB auch die französischen Zeitungen „Ouest-France“, „Le Monde“ sowie die Nachrichtenagenturen ApaNews und AgenceEcofin betroffen.

In Burkina Faso hatte sich der derzeitige Militärherrscher Ibrahim Traoré im September 2022 an die Macht geputscht. Der Armee werden immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.