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Weitere Dresdner Splitter-Skulpturen erinnern an NS-Vergangenheit

Auf dem Gelände des Festspielhauses Hellerau in Dresden sowie am Gedenkort Hellerberg und St.-Pauli-Friedhof erinnern weitere künstlerische Splitter-Skulpturen an die NS-Vergangenheit dieser Orte. Auf dem Gelände des heutigen Festspielhauses befand sich ab 1939 eine von vier reichsweiten Lehranstalten für den Unteroffiziersnachwuchs, teilte die Stadt Dresden am Montag mit. Bis zum Kriegsende hätten hier mehrere Tausend Polizeisoldaten eine Ausbildung und eine sogenannte weltanschauliche Schulung durchlaufen. Der Splitter am Ostflügel des Festspielhauses informiere über diese Geschichte.

Nördlich des St.-Pauli-Friedhofs hat sich nach Angaben der Stadt während des Zweiten Weltkriegs das „Judenlager Hellerberg“ und anschließend das „Entbindungslager Kiesgrube“ befunden. Ein großer Splitter markiere die Stelle des ehemaligen Lagers, in dem ab November 1942 die letzten etwa 300 als Juden verfolgten Menschen aus dem Dresdner Raum zwangsinterniert wurden. Ein weiterer Splitter an der Mauer des St.-Pauli-Friedhofs verweise auf die Grabanlage von mindestens 225 Kindern von Zwangsarbeiterinnen, die im Lager einen qualvollen Tod fanden.

Die Splitter-Skulpturen des in Frankfurt am Main lebenden Konzeptkünstlers Jochem Hendricks sollen nach Angaben der Stadt im Dresdner Norden die Opfer- und Täterorte der Zwangsarbeit und Gewaltherrschaft während der Zeit des Nationalsozialismus sichtbar machen. Sie tragen Informationstexte und sind digital miteinander verknüpft. Der erste Splitter wurde vor einem Jahr im Februar 2025 am Dresdner Heidefriedhof eingeweiht.