Statements für Palästina und Genozid-Vorwürfe - die Abschlussgala der Berlinale hatte es in sich. Der Kulturstaatsminister, der das Filmfestival mit Millionen fördert, will nun über die künftige Ausrichtung sprechen.
Die diesjährige Berlinale mit etlichen propalästinensischen Äußerungen und harten Vorwürfen gegen die Bundesregierung sorgt weiter für Aufregung. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat für Donnerstagvormittag eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats der Trägergesellschaft des Bundes initiiert, wie seine Pressestelle am Mittwoch auf Anfrage bestätigte. Dabei soll es eine Aussprache zur Ausrichtung der Berlinale geben. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.
Weimer ist Vorsitzender des Aufsichtsrats und hatte nach der Preisverleihungsgala am Samstag bereits Kritik geäußert. Bei der Gala hatte der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib der Bundesregierung vorgeworfen, "Partner des Völkermords in Gaza" zu sein. Er hatte mit Palästinensertuch und palästinensischer Flagge auf der Bühne gestanden und gesagt: "Wir werden uns an alle erinnern, die an unserer Seite standen, und wir werden uns an alle erinnern, die gegen uns standen." Auch andere Preisträger hatten sich mit den Palästinensern solidarisiert.
"Bild" berichtete außerdem, Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle solle ihren Posten verlieren. Weimers Pressestelle erklärte dazu, sich zu weiteren Spekulationen nicht zu äußern. Der Zeitung sagte der Kulturstaatsminister vor der Aufsichtsratssitzung: "Die Berlinale ist kein Ort für Hetze, Drohungen und Antisemitismus. Israel-Hass darf sich dort nicht austoben, schon gar nicht mit Steuergeldern finanziert." Im Rahmen der Filmförderung des Bundes hatte Weimer in diesem Jahr rund zwölf Millionen Euro für das Festival zur Verfügung gestellt.