87 Jahre ist es her, dass die Nazis bei den Novemberpogromen Synagogen verwüsteten und Juden töteten. Was die Nachgeborenen aus Sicht von Kulturstaatsminister Weimer daraus ableiten sollten.
Anlässlich der NS-Novemberpogrome von 1938 ruft Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) zur Bekämpfung von aktuellem Antisemitismus auf. “Antisemitismus ist kein Schatten der Vergangenheit, er wütet wieder im grellen Licht unserer Gegenwart”, erklärte Weimer anlässlich des 87. Jahrestags der gegen Jüdinnen und Juden gerichteten Nazi-Pogrome.
“Wenn jüdische Kinder unter Polizeischutz in die Schule gehen müssen, wenn Synagogen bewacht und Davidsterne versteckt werden, dann ist das ein Schrei – nicht nur der Angst, sondern an unser Gewissen. Antisemitismus ist ein Angriff auf alles, was wir sind: auf Vernunft, Menschlichkeit und Demokratie”, betonte Weimer. Schweigen schütze nie die Opfer, sondern die Täter.
Die NS-Novemberpogrome nannte Weimer ein “barbarisches Verbrechen, das uns bis heute verpflichtet”. Sie zeigten, wohin Hass und Gleichgültigkeit führten, wenn die Werte von Menschlichkeit und Freiheit verloren gingen. “Dass wir uns an diese Nacht erinnern, ist kein Ritual, sondern eine schmerzhafte Mahnung an uns alle, wachsam zu bleiben.”
Die bundesweiten Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag am Wochenende sollten laut Weimer als “Zeichen des Zusammenhalts” verstanden werden. Die Erinnerung an die Opfer der Pogrome sei ein Bekenntnis zu einer offenen, vielfältigen und demokratischen Gesellschaft.
In diesem Jahr ist es 87 Jahre her, dass bei den Novemberpogromen der Nationalsozialisten mehr als 1.300 Menschen getötet wurden. Über 1.400 Synagogen und Beträume wurden verwüstet und etwa 7.500 Geschäfte geplündert. Mehr als 30.000 männliche Juden wurden in Konzentrationslager gebracht. Die Novemberpogrome waren eine vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Zerstörung von Einrichtungen von Jüdinnen und Juden im gesamten Deutschen Reich.